08.03.2020 14:05 |

Polizist unter Opfern

Lawinenabgänge kosten sechs Alpinisten das Leben

Ein Kärntner Polizist ist am Sonntag bei einem Lawinenabgang im Großglocknergebiet ums Leben gekommen. Der Beamte (33) wurde während eines Kurses der Alpinausbildung von einem Schneebrett erfasst und teilweise verschüttet. Dabei erlitt er so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb. Am Dachstein in Oberösterreich starben bei einem gewaltigen Lawinenabgang am Sonntagvormittag weitere fünf Menschen. Die Opfer waren offenbar mit einer Gruppe von Schneeschuhwanderern aus Teschechien unterwegs.

Das Unglück am Großglockner nahm am Sonntag gegen 11.30 Uhr bei der Abfahrt von der Adlersruhe in Richtung Pasterze seinen Lauf. Der 33-jährige Polizist der Kärntner Landespolizeidirektion war einer von mehreren Beamten, die an einer Alpinausbildung der Polizei am Großglockner teilnahmen. Er wurde bei der Abfahrt von der Adlersruhe in Richtung Pasterze erfasst und rund 350 Meter mitgerissen.

„Niemand anderes aus der 20-köpfigen Ausbildungsgruppe wurde von dem relativ kleinen Schneebrett mit 15 Zentimeter Abrisskante verschüttet oder verletzt“, sagte Polizeisprecher Rainer Dionisio. Aktuell herrscht in der Glocknergruppe Lawinenwarnstufe 2 (mäßig). Vor allem in höheren Lagen liege jedoch eine Triebschneesituation vor.

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt bestellte einen Sachverständigen zur Klärung der Unfallursache. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sagte, der Tod eines jungen Mitarbeiters, vor allem unter derart tragischen Umständen, sei ein schwerer Schlag für Familie und Kollegen.

Schneeschuhwanderer am Dachstein von Lawine mitgerissen
Das Unglück am Dachstein ereignete sich im Bereich des Randkluftanstiegs in der Nähe der Seethalerhütte auf 2700 Metern Seehöhe. „Es hat mehrere Zeugen gegeben, die die Einsatzkräfte alarmiert haben“, sagte Christoph Preimesberger, Landesleiter der oberösterreichischen Bergrettung und Leiter der Bergrettung Hallstatt. Die Lawine sei etwa 150 bis 200 Meter breit und rund 400 lang gewesen, schätzte Preimesberger. In dem Gebiet hatte es in den vergangenen Tagen Wind und starken Schneefall gegeben. Das habe zu dem Abgang geführt, meinte der Bergretter.

In den vergangenen Jahren sei der Hallstätter Gletscher stark abgeschmolzen, der Bereich, wo sich die Lawine gelöst habe, sei dadurch wesentlich steiler als früher. Die Gruppe sei von den Ausläufern der Lawine erfasst worden.

Zur Identifizierung wurden die Opfer nach Hallstatt gebracht, hieß es bei der Polizei. Die Bergrettungen von Hallstatt und Obertraun, die Alpinpolizei und sechs Hubschrauber waren zu dem Großeinsatz am Dachstein ausgerückt.

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