03.03.2020 08:00 |

Coronavirus

Vorerst keine Absage von Großveranstaltungen

Ein infizierter Frankfurt-Fan (30) reiste zum Europa League Spiel in Salzburg an, nächtigte im Hotel Meininger und im Yoho Hostel. Er hatte sich bei einer Italienerin angesteckt. 18 Hotelmitarbeiter sind jetzt in Quarantäne.

Die Frankfurter brachten Salzburg nicht nur das Aus in der Europa League, sondern auch das Coronavirus. Ein infizierter Frankfurt-Fan hat im Hotel Meininger und im Yoho Hostel in Salzburg übernachtet. 18 Hotelangestellte befinden sich für zwei Wochen in Quarantäne.

„Es sind alles eher junge Leute, die wir isolieren mussten. Eine Risikogruppe wie alte Menschen oder Kinder ist nicht dabei“, sagt Claus Peter Reedl, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes.

Der 30-jährige Frankfurter war vom 18. bis 20. Februar in Bergamo. Dort hatte er Kontakt mit einer Italienerin. Ärzte in Innsbruck testeten die Frau kurze Zeit später positiv auf das Coronavirus. Der Mann war derweil nach Salzburg gereist, um das Euro-League-Spiel zu schauen. Er mietete sich im Hotel Meininger ein. Als das Spiel abgesagt wurde, verlängerte er eine Nacht und zog ins Yoho Hostel. Zurück in Frankfurt testeten ihn Ärzte positiv auf das Coronavirus.

In mühsamer Kleinarbeit sei daraufhin eine Liste der Kontaktpersonen in Salzburg erstellt worden, heißt es vom Land. Welche Hotelmitarbeiter arbeiteten wo? Mit wem war ein Kontakt möglich?


Volle Sicherheit, dass die Liste vollständig ist, sei nicht gegeben, sagte Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. Dazu zähle zum Beispiel, mit wem der Mann vor dem Spiel oder im Stadion zusammen war. Es ist nicht einmal hundertprozentig sicher, dass der Frankfurter überhaupt im Stadion war. „Wir haben noch keine Karte vorliegen“, sagt Landessprecher Franz Wieser.

Absagen von Großveranstaltungen sind derweil nicht geplant. „So etwas behalten wir uns für absolute Ausnahmefälle vor“, sagt der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung Michael Haybäck.

Solche Absagen werden nur gemeinsam auf Bundesebene unter Abstimmung der Sicherheitsbehörden entschieden. „Das normale Leben soll nicht zu stark beeinträchtigt werden.“

Das betreffe auch die Salzburger Festspiele. Sie feiern heuer ihr 100-jähriges Jubiläum. „Wenn wir diese Diskussion jetzt öffnen, dann können wir das gesellschaftliche Leben gleich einstellen. Das betrifft dann auch öffentliche Verkehrsmittel und vieles Weitere“, sagte der Bürgermeister Harald Preuner.

Christoph Laible
Christoph Laible
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