23.02.2020 05:52 |

„Male Kuh anders“

„Commissario Brunetti“-Star malt Bilder am Handy

Schauspieler Karl Fischer über Malen auf dem Handy, Venedig-Fotos, Autounfälle & Könige.

„Krone“: Sie haben mich zu einer ungewöhnlichen Malstunde eingeladen: Wir zeichnen auf Ihrem Handy.
Karl Fischer: Ja, das ist wahnsinnig praktisch. Schaun Sie nur: Da gibt es 200 Pinseln, alle Farben, Wasserfarben, man kann mit dem Radierer arbeiten, einen Linolschnitt machen. Alles geht auf dem Handy. Und das kann man dann via App ganz einfach als Bild ausdrucken.

Wann haben Sie denn zu malen begonnen?
Ich habe immer gerne gemalt, früher viel mit den Fingern und Pinseln, das war und ist für mich ein Ausgleich. Ich male jetzt gern am Handy, das ist für mich Entspannung, Zeitvertreib und Hobby zugleich.

Wie viele Venedig-Bilder haben Sie denn im Laufe der Jahre gemalt?
Ich habe einmal ein Brunetti-Bild gemalt, das war’s. Ich denke manchmal nach, wie viele Venedig-Fotos an einem Tag wohl gemacht werden? Millionen! Da muss man glaube ich nicht noch etwas dazu beitragen.

Die ARD/ORF-Serie „Donna Leon“ mit Brunetti wurde eingestellt. Tut’s Ihnen leid?
Mir tut’s leid um die Figur (Sergente Lorenzo Vianello, Anmk.), aber die Diskrepanz zwischen den Romanen und unseren Filmen wurde leider zusehends größer, und das Ende war abzusehen.

Was hat bei Ihnen die Lust am Malen ausgelöst?
In der Schule mussten wir eine Kuh malen, und dann sagte der Lehrer: „Schaut’s euch amal die Kuh vom Fischer an“, und alle haben gelacht. Ich habe mir daraufhin gedacht: Ihr könnt’s mich gern haben, ich werde meine Kühe weiter so malen.

Chapeau, ein anderer hätte wohl nie wieder gemalt.
Darum finde ich solche Lehrer schlecht. Anstatt, dass sie sagen: „Interessant, wie du die Welt siehst!“ Sagen sie: „Das muss anders sein!“ Man sollte Kreativität zulassen und fördern.

Verkaufen Sie Ihre Bilder?
Mich sprechen immer wieder Leute an, ich soll sie ausstellen. Ich sag’s Ihnen ehrlich: Ich hab ein bisserl Angst, dass keiner kommt.

Was sagt denn Ihre Frau, Schauspielerin Susi Stach, zu ihren Werken?
(lacht) Die entdeckt immer ihre eigenen Geschichten in den Bildern. Wenn eine Figur traurig schaut, sagt sie dann z.B.: „Der hat einen Autounfall gehabt.“

Worauf kommt’s an bei einem Bild?
Es muss auf jeden Fall etwas bei einem auslösen.

Jetzt hab ich Sie am Handy gemalt
Gar net amal so schlecht!

... aber von wem würden Sie sich gerne malen lassen?
Von einem Renaissancemaler! Die haben alle schiachen Könige immer sehr schön dargestellt (lacht). Leider sind die alle schon tot.

„Auch das bin ich“, eine Serie von Stefan Weinberger, Kronen Zeitung

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