17.02.2020 06:07 |

Klimakrise

Fünf Fragen an die Politik zum Salzburg Flughafen

Der Salzburger Flughafen gerät immer wieder ins politische Kreuzfeuer, immerhin sind Land und Stadt an der Gesellschaft beteiligt. Am kommenden Samstag steht Salzburg wieder die höchste Flugbelastung des ganzen Jahres bevor. Angesichts der negativen Auswirkungen des Flugverkehrs auf die Umwelt und das Klima, wird Fliegen immer mehr zur Glaubensfrage. Die „Krone“ hat sie den Salzburger Politikern gestellt. Der Tenor: Der Flughafen ist für den Wirtschafts- und Tourismusstandort unabdingbar. Bei konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz gehen die Meinungen auseinander.

1. Welche Rolle spielt der Flughafen aktuell für Salzburg?
2. Welche Rolle soll der Flughafen in 15 Jahren spielen?
3. Soll der Flughafen weiter ausgebaut werden oder ist der Zenit schon erreicht?
4. Welchen Anforderungen muss der Salzburger Flughafen in Zeiten der Klimakrise und Flight-Shaming entsprechen?
5. Wie stehen Sie zu einem Verbot von Kurzstreckenflügen und der Besteuerung von Kerosin?

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP): Ein Wirtschaftsmotor

1. Der Flughafen ist maßgeblicher wirtschaftlicher Standortfaktor und Wirtschaftsmotor. Er ist für uns eine unverzichtbare Infrastruktureinrichtung.
2. Der Flughafen wird auch noch in 15 Jahren ein unverzichtbarer Standortfaktor sein. Daher ist dessen Absicherung und Weiterentwicklung ein Ziel.
3. Es geht nicht um einen Ausbau, sondern um eine vernünftige Weiterentwicklung. Konkrete Pläne sollen bis in zwei Jahren auf dem Tisch liegen.
4. Der Flughafen gliedert sich in die Klima- und Energiestrategie des Landes Salzburg 2050 gut ein und verfolgt konsequent diesen Weg.
5. Die Regierung hat sich auf eine Flugticketabgabe von zwölf Euro verständigt. Einem Verbot für Kurzstreckenflüge kann ich nichts abgewinnen.

Neos-Klubobmann Josef Egger: Soll attraktiv bleiben

1. Der Salzburg Airport ist als zweitgrößter Flughafen des Landes unerlässlich für eine attraktive Wirtschafts- und Standortpolitik.
2. Er soll als Leitbetrieb des Landes auch in Zukunft für den Wirtschafts- und Tourismusstandort eine wichtige Rolle spielen.
3. Der Flughafen wurde immer stückweise erweitert. Daher gibt es Gebäude, die in die Jahre gekommen sind. Um weiter attraktiv zu sein, wird der Flughafen modernisiert und in die Infrastruktur investiert werden müssen.
4. Neuesten Studien zufolge wird der Flugverkehr massiv zulegen. Daher soll beim Flughafen in Infrastruktur investiert werden.
5. Kurzstreckenflüge verlieren ihre Attraktivität, wenn die Öffis schneller werden. Die Inklusion von Kerosin bei der Mineralölsteuer ist eine Möglichkeit.

Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn (Grüne): Belastung durch Lärm

1. Der Flughafen spielt eine wichtige Rolle für Wirtschaft und Tourismus. Das darf aber nicht auf Kosten der Lebensqualität der Salzburger gehen.
2. Der Lärm ist eine große Belastung für unzählige Salzburger. Lärm- und Schadstoffemissionen müssen rasch verringert werden. Eine Zunahme des Flugverkehrs und der Luftfracht ist mit den Klimazielen nicht vereinbar.
3. Ein Ausbau wäre weder zeitgemäß noch ist er nötig. Umbau und Sanierungen müssen Klimaschutzmaßnahmen beinhalten, wie es die EU vorgibt.
4. Eine wichtige Aufgabe ist die Verbesserung der gesamten Umweltbilanz.
5. Ich bevorzuge Anreizsysteme. Aber gewisse Kurzstrecken sollten nicht mehr angeboten werden. Eine Kerosinsteuer ist nur international sinnvoll.

Stadt-Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ): Sichert Arbeitsplätze

1. Der Flughafen ist der Wirtschaftsmotor und sichert tausende Arbeitsplätze. Konzerne hätten ohne Flughafen ihre Zentralen nicht mehr in Salzburg.
2. Es wird ein Airport mit rund zwei Millionen Passagieren pro Jahr bleiben. Um das zu halten, stehen große Investitionen für eine Modernisierung an.
3. Ein klares Nein zu einem Ausbau. Bei den aktuellen Umbauplänen, die am Tisch liegen, geht es vielmehr um Sicherheit, Komfort und Infrastruktur.
4. Der Flughafen setzt schon lange auf Nachhaltigkeit. Eine generelle Flugscham nehme ich nicht wahr, mehr Bewusstsein jedoch sehr wohl.
5. Von einem Verbot halte ich generell wenig. Die Idee einer Steuer auf Kerosin und Kraftstoffe für die Schifffahrt ist für mich absolut unterstützenswert.

FPÖ-Landesparteiobfrau Marlene Svazek: Kurze Flüge nötig

1. Der Flughafen ist ein wichtiger wirtschaftlicher Eckpfeiler in unserem Bundesland. Gleichzeitig steht er für Arbeitsplätze und Tourismus.
2. Wir sehen ihn in einer noch bedeutenderen Rolle als er sie jetzt schon hat. Und sehen den geplanten Infrastrukturmaßnahmen daher positiv entgegen.
3. Die Auslastung und die notwendige Infrastruktur stoßen bereits an ihre Grenzen. Kapazitäten und Infrastruktur müssen sukzessive verbessert werden.
4. Wir brauchen keine Scham vor der Technologie des Fliegens zu haben.
5. Bezahlen muss die Kerosinsteuer letztendlich der Konsument - eine Belastung! Ein Verbot von Kurzstreckenflügen sehen wir kritisch, da sie oft eine unumgängliche Notwendigkeit sind, um Drehscheiben zu erreichen.

Felix Roittner
Felix Roittner
Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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