16.02.2020 13:30 |

Keine „Wunderwaffe“

Lawinenairbag: Das kann er tatsächlich

Bei den - bisher - letzten schweren Lawinenunglücken in Tirol haben alle vier Opfer den Airbag ausgelöst. Dennoch gab es zwei Tote.

Der Lawinenairbag gilt bei vielen als „Wunderwaffe“ gegen den „weißen Tod“. „Etwa ein Drittel der Teilnehmer an unseren Lawinenkursen hat einen Airbag“, sagt Bergführer Mike Rutter. „Er bietet aber keine 100-prozentige Garantie, nicht verschüttet zu werden“, schränkt Rutter ein.

„Die Verwendung des Airbags darf nicht zu einer Risikokompensation führen“, warnt der Bergführer und Alpinsachverständige Walter Würtl. „Es gibt Wintersportler, die kaufen alles, was die Sicherheit erhöht und nehmen dann im Gelände mehr Risiko. Das kann aber schief gehen, denn so gut ist der Airbag nicht.“

Tatsächlich besagt eine auf einer Online-Befragung basierende Studie eines Lawinenforscherteams aus Kanada, dass Lawinenairbags zu einem Risikokompensationsverhalten führen können. Dies haben selbst 82 Prozent der Airbagbesitzer bestätigt. Zusammengefasst brachte die Studie deutliche Hinweise darauf, dass eine Risikokompensation wahrscheinlich ist.

In welchem Ausmaß kann die Verwendung eines Lawinenairbags tatsächlich die Gefahr für Tourengeher und Variantenfahrer reduzieren? Darüber gibt eine Analyse Aufschluss, an der Pascal Haegeli, einer der Autoren der Online-Befragung, mitgearbeitet hat.

Sterberate fast halbiert
So wurden von 100 Verschütteten ohne Airbag 22 getötet, 78 überlebten, weil sie keine tödlichen Verletzungen aufwiesen, nicht verschüttet bzw. rechtzeitig geborgen wurden. Mit Airbag würden hingegen „nur“ 13 sterben, weil sie dennoch verschüttet oder tödlich verletzt werden. Diese Zahl beinhaltet auch zwei Todesopfer, bei denen der Airbag nicht aufgeblasen wurde.

Fazit: Lawinenairbags reduzieren das Sterberisiko statistisch gesehen von 22 auf 13 Prozent!

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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