Ein schwer Schwerhöriger wird in Eisenstadt von Frau Rat vom Vorwurf des Betrugs im wahrsten Sinne des Wortes „freigeschrien“. Danke. Und jetzt fahren wir wieder wohlgemut auf den Flohmarkt.
Freilich muss man sensibel umgehen mit Ausdrücken, die keinesfalls mit der Political Correctness konform gehen. Aber wenn er’s selbst sagt? „Ich gebe Ihnen mein Zigeuner-Ehrenwort, Frau Rat, ich bin unschuldig.“
Der 69-jährige Südburgenländer wählt diese Worte in normaler Lautstärke. Bloß: Hören tut er nichts auf der Anklagebank, die sich drei Meter vor der Richterin befindet. Also bittet sie ihn, unmittelbar vor ihr Platz zu nehmen. Es wird wenig besser.
Drei gestohlene Schachteln
Der Mann soll einen Einbruch in einen von ihm gemieteten Container vorgetäuscht und versucht haben, die Versicherung um 8500 Euro zu betrügen. Der Strafrahmen beträgt bis zu drei Jahre. „Stimmt alles nicht“, so der passionierte Flohmarkt-Händler, dem im August 2025 Ware – darunter Wehrmacht-Helme, Apothekermörser und eine Madonna – aus dem Container gestohlen worden sein sollen. „Drei Schachteln waren weg, man hat das Schloss zum Container aufgebrochen.“
Sicherheitshalber, man weiß ja nie, hatte der Pensionist eine Schnur um den Container gewickelt. Und ein Fünf-Cent-Stück beim Schloss platziert. „Die Schnur war unten. Und die Münze war weg.“
„Hatte keine Versicherung“
Der Vermieter erschien zwei Tage später am vermeintlichen Tatort. Machte sich ein Bild. Tauschte das defekte Schloss aus. Meldete den Schaden an die Versicherung, während der Geschädigte Anzeige bei der Polizei erstattete. „Ich wusste nicht einmal, dass ich eine Versicherung hatte“, sagt der Angeklagte. Videos von der Überwachungskamera werden eingespielt. Es fehlen pro Sequenz bis zu 30 Minuten. Keine Spur von einem eigenmächtigen Einbruch oder möglichen Tätern.
„Haben Sie gehört?“, schreit die Richterin. „Sie sind freigesprochen!“ – „Ja.“
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