07.02.2020 12:54 |

Bei Arbeit infiziert

Entdecker des Coronavirus wurde selbst Todesopfer

Ein chinesischer Arzt, der frühzeitig vor dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus gewarnt hatte, ist nun selbst an den Folgen einer Infektion mit der Lungenkrankheit gestorben. Die Volksrepublik trauert um Li Wenliang, der nur 34 Jahre alt wurde.

Als er am 30. Dezember in einer Online-Diskussionsgruppe von Medizinern und Studenten auf die wachsende Zahl von mysteriösen Virusfällen in Wuhan aufmerksam machte, hatte das zunächst unangenehme Konsequenzen für Wenliang.

Verschwiegenheitserklärung unterschrieben
Er und mehrere seiner Gesprächspartner wurden wegen „Verbreitung von Gerüchten“ von der Polizei vorgeladen und verwarnt - sie mussten unterschreiben, nichts mehr über die Vermutungen zu enthüllen.

Wenliang wurde deshalb indirekt zum Symbol für die Untätigkeit bzw. langsame Reaktion der Behörden nach der Verbreitung des Virus - nur wenige Tage nach der Verwarnung des Entdeckers der Krankheit steckte sich dieser selbst bei einer Patientin an. Wenliang war Augenarzt. Er starb am Donnerstagabend.

Die Regierung teilte nun mit, dass man den Todesfall offiziell untersuchen werde. Das Zentralkomitee der Partei habe eine staatliche Aufsichtskommission damit betreut, ein Ermittlungsteam nach Wuhan zu schicken.

Coronavirus-Arzt an Erschöpfung gestorben
Eine weitere Tragödie rund um einen Coronavirus-Arzt hatte sich Anfang der Woche ereignet: Der 28-jährige Mediziner Song Yingjie überprüfte die Temperatur von Autolenkern und Fußgängern an einer Kontrollstation an der Grenze zur stark betroffenen Provinz Hubei. Als er zehn Tage hintereinander seinen Dienst bestritt, brach er nach Feierabend in seiner Unterkunft zusammen: Er hatte einen Herzstillstand erlitten - angeblich wegen Erschöpfung.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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