06.02.2020 15:34 |

Crash mit drei Toten

Istanbul: Piloten im Visier der Staatsanwaltschaft

Das Flugzeugunglück von Istanbul am Mittwochabend mit drei Toten und 179 Verletzten zieht nun auch Konsequenzen gegen die beiden Piloten nach sich. Die Staatsanwaltschaft will untersuchen, ob das Duo bei dem Crash auf dem Airport Sabiha Gökcen möglicherweise fahrlässig gehandelt hat.

Eine Befragung ist derzeit noch nicht möglich, weil die beiden mit Verletzungen im Krankenhaus liegen, hieß es im türkischen Staatssender TRT am Donnerstagnachmittag. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft selbst gab zu dieser Behauptung noch keine offizielle Stellungnahme ab. Dem Sender Halk TV zufolge soll auch ein Team von Boeing unterwegs sein - jener Firma, die die verunglückte Maschine gebaut hatte.

Maschine kam von Landebahn ab und zerbrach in drei Teile
Die im westtürkischen Izmir gestartete Boeing 737 der türkischen Fluggesellschaft Pegasus war am Mittwoch mit 183 Menschen an Bord bei starkem Regenfall von der Landebahn, die am Donnerstag wieder freigegeben werden konnte, abgekommen und einen Abhang hinabgestürzt. Sie zerbrach in drei Teile und geriet teilweise in Brand. Drei türkische Insassen starben, 179 weitere Menschen erlitten Verletzungen. Unter den Passagieren befanden sich 22 Ausländer aus 13 verschiedenen Nationen. Österreicher waren nicht dabei.

Video: Flugzeug auf Istanbuler Airport in drei Teile zerbrochen

Das Wetter war am Unglücksabend stürmisch und regnerisch. Der Sender Habertürk TV berichtete, dass die Fluglotsen den Piloten vor den starken Winden gewarnt hätten. Möglicherweise hat aber auch der Zustand der Landebahn eine Rolle gespielt. Transportminister Mehmet Cahit Turhan hatte noch am Tag vor der Beinahe-Katastrophe gesagt, die Piste sei „sehr müde geworden“.

Laut Airline-Chef „viele Faktoren“ schuld an Crash
Pegasus-Chef Mehmet Tevfik Nane erklärte am Donnerstag in einer außergewöhnlich emotionalen Pressekonferenz, inzwischen seien 56 Verletzte aus dem Krankenhaus entlassen worden. Mittlerweile sei auch ein Flugschreiber der Maschine gefunden worden, der nun ausgewertet werde. „Solche Unfälle passieren nicht wegen eines Faktors, sondern wegen vieler“, sagte Nane. Die Maschinen seiner Airline seien „mit einem Durchschnittsalter von 5,3 Jahren technisch hochzuverlässige, junge Flugzeuge“.

2018 war eine Pegasus-Maschine bei der Landung im nordtürkischen Trabzon ins Rutschen geraten, einen Abhang hinunter- und beinahe ins Meer gestürzt. Alle Insassen blieben damals unverletzt.

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