04.02.2020 11:01 |

Tränen bei Kreuzverhör

Weinstein-Opfer erlitt Panikattacke im Zeugenstand

Jessica Mann wirft Harvey Weinstein Vergewaltigung vor. Die Schauspielerin wurde jetzt im Prozess gegen den Ex-Hollywood-Mogul ins Kreuzverhör genommen. Dabei wurde Mann so emotional, dass der Richter das Verfahren unterbrechen musste. 

Im Prozess gegen Harvey Weinstein ist es am Montag zu emotionalen Szenen gekommen. Jessica Mann, die bereits am Freitag vor Gericht den ehemaligen Produzenten der Vergewaltigung bezichtigt hatte, wurde erneut in den Zeugenstand gerufen. Im Kreuzverhör durch Weinstein-Verteidigerin Donna Rotunno wurde unter anderem hinterfragt, warum sie auch nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung weiterhin Kontakt zu Weinstein gehalten habe.

So habe Mann weiter Textnachrichten geschrieben und auch per Mail nachgefragt, ob ihre Mutter Weinstein kennenlernen könne, erklärte Rotunno vor einem Gericht in New York. Mann entgegnete, dass sie ihrer Mutter nie von den Vergewaltigungsvorwürfen, sondern nur von einer Arbeitsbeziehung zu Weinstein erzählt habe, so dass ihre Mutter weiter auf ein Treffen gedrängt habe.

Mann ist eine der beiden Hauptzeuginnen im Prozess. Sie hatte Weinstein am Freitag erneut schwere Sexualverbrechen vorgeworfen. Seit Beginn der Anschuldigungen bestreitet dieser alle Vorwürfe.

Weinstein fragte Mann nach „goldener Dusche“
Am Montag versuchten Weinsteins Verteidiger, die Glaubwürdigkeit der Zeugin infrage zu stellen. Bei ihren Antworten musste Mann daher erneut ins Detail gehen, enthüllte dabei auch manche von Weinsteins sexuellen Vorlieben. Der Filmproduzent habe sie etwa einmal gefragt, ob sie „jemals eine goldene Dusche“ bekommen habe, gab die Schauspielerin zu Protokoll. Dann habe er auf sie uriniert. „Ich war geschockt, es war ekelhaft“, so Mann. „Ich ging in die Ecke der Dusche und schaute einfach weg.“

Weinsteins Anwältin sagte laut „USA Today“ zu Mann: „Sie haben die Entscheidung getroffen, ein sexuelles Verhältnis mit Harvey Weinstein einzugehen, als sie sich nicht sexuell zu ihm hingezogen fühlten. Sie mochten die Partys und sie mochten die Macht.“ Mann wiederum verteidigte sich vor Gericht, sie habe auch nach der mutmaßlichen Vergewaltigung Kontakt zu Weinstein gehabt, um ihre Karriere zu schützen. Zudem habe sie sich vor seiner „unvorhersehbaren Wut“ gefürchtet.

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Sie mochten die Partys und sie mochten die Macht.

Donna Rotunno

Die Staatsanwaltschaft hat die Anklagepunkte wesentlich auf Mann und die Zeugin Mimi Haleyi aufgebaut. Diese hatte bereits in der vergangenen Woche geschildert, wie Weinstein sie 2006 in seinem New Yorker Apartment vergewaltigt und zum Oralsex gezwungen haben soll. Am Ende entscheiden die zwölf Geschworenen über Schuld oder Unschuld. Bei einer Verurteilung droht Weinstein lebenslange Haft. Mehr als 80 Frauen haben Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit auch die weltweite MeToo-Bewegung ausgelöst.

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