09.07.2010 16:04 |

Möglicher Auslöser

Hat „Fireline“ den Brand im „Roses“ verursacht?

Mehrere Beamte hat die Polizei eingesetzt, um die Hintergründe des Feuer-Dramas im Lokal "Roses" am Salzburger Rudolfskai zu ermitteln – nun dürfte die Ursache klar sein. Eine sogenannte "Fireline" soll die Stichflamme hervorgerufen haben, bei der acht Gäste verletzt wurden, fünf davon schwer. Anfangs war man von einer explodierenden Rumflasche als Auslöser des Unglücks ausgegangen. Die Polizei ermittelt weiter.

Etwa 40 bis 50 Gäste waren in dieser verhängnisvollen Mittwochnacht gegen halb 4 Uhr in der Bar, die vor allem durch Karaoke-Abende beim jugendlichen Publikum recht beliebt ist. "Highway to Hell" war das letzte Lied, das an diesem Abend in dem Lokal aufgelegt wurde. Und dabei soll laut Zeugen an der Bar auf einer Länge von eineinhalb bis zwei Metern hochprozentiger Alkohol ausgeschüttet und angezündet worden sein. Diese "Fireline" endete für die Menschen in unmittelbarer Umgebung fatal.

Verantwortliche haben ganz andere Version
Nicht anwesend war zu diesem Zeitpunkt Betreiber Alois O., Salzburger Szene-Wirt, der schon mehrere Lokale geführt hat. Auch er wurde von der Polizei einvernommen und bleibt bei seiner Version des Unglücks. Er kann sich den Unfallhergang nur so erklären, "dass alles von den Gästen ausgegangen sein muss…"

Eine Aussage, die vor allem von Barchef Jan L. kommt, der gesehen haben will, wie ein brennendes Glas auf ihn zugeflogen sei. Dabei hätte die brennende Flüssigkeit genau die Flasche mit hochprozentigem Alkohol getroffen und zur Explosion gebracht. Bei der Polizei gab er an: "Ich habe mich beim Einschenken umgedreht, dann hat es einen Tuscher gemacht und alles hat gebrannt."

Beschuldigter bestreitet alle Vorwürfe
Dazu Chef-Ermittler Oberst Josef Holzberger: "Eine Angabe, die sich möglicherweise nicht aufrecht erhalten lässt." Denn nur ein einziger Gast bestätigt diese Version. Der angebliche "Glaswerfer", ein 35-jähriger Salzburger, bestreitet jedenfalls alle Vorwürfe und laut Ermittler sei ihm "fast Glauben zu schenken". Nach der Befragung von insgesamt 22 Zeugen - rund die Hälfte aller Lokalgäste - nimmt die Polizei nun an, dass die "Fireline" den Unfall verursacht hat.

Der Geschäftsführer und das Personal des Lokales räumten zwar ein, früher als Showeinlage schon mehrmals hochprozentigen Alkohol auf der Bar angezündet zu haben, an diesem Abend aber keinesfalls.

Geschäftsführer Roland S. kann sich ebenfalls "überhaupt keinen Reim auf die Sache machen…" Kurzum: Keiner will es gewesen sein. Anzeigen gibt es wegen der widersprüchlichen Aussagen jedenfalls auch noch keine. Holzberger: "Wir suchen weiter nach Zeugen."

21-Jährige weiter in Spezialklinik
Im LKH konnten der 35-Jährige, der ebenso verletzt wurde, und die 19-jährige Clara bereits von der Intensiv- auf die Allgemein-Station der Dermatologie verlegt werden. Claras Schwester Dora (21) liegt weiter in der Münchner Spezialklinik Bogenhausen. Primar Helmut Hintner: "Überweisungen dorthin sind bei schwerwiegenden Verbrennungen Standard. Die haben auch die größeren Kapazitäten."

Kronen Zeitung und krone.at

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