02.02.2020 20:10 |

Corona-Flucht

Unter Heimkehrern auch Schwangere und Mädchen (6)

Die erste Etappe ist geschafft: Am Sonntagnachmittag landeten sieben Österreicher - sechs Evakuierte und Konsul Nikolai Herold - aus den Virusgebieten in Wuhan auf einem Militärflugplatz im Süden Frankreichs. Unter ihnen auch zwei besonders gefährdete Passagiere aus Niederösterreich: Eine schwangere Frau sowie ein sechsjähriges Mädchen. Sie befinden sich mittlerweile auf dem Rückflug in die Heimat nach Österreich. Die Heimkehrer aus Wuhan werden laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nach ihrer gepolanten Ankunft am Sonntagabend vorerst in das Wiener Hygieneinstitut gebracht und 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden.

„Der Flug verlief ruhig, eigentlich wie ein normaler Passagierflug“, so der Tiroler Robert Moser telefonisch zur „Krone“ nach der Landung in Frankreich. „Es wurde extrem auf Hygiene geachtet, aber ansonsten war die Reise unkompliziert.“ Jetzt freut er sich darauf, endlich in die wartende Hercules des Bundesheeres einzusteigen, die die Österreicher zurück nach Wien-Schwechat bringt. „Und auf ein Bett freue ich mich auch schon.“

Besonders gefährdete Personen
Wie ebenfalls Sonntagnachmittag bekannt wurde, befinden sich unter den österreichischen Heimkehrern auch eine Schwangere sowie ein kleines Mädchen. Die Frau sowie die Sechsjährige dürften aus Niederösterreich stammen. Läuft alles nach Plan, findet die finale Landung nach der Flucht vor dem Coronavirus am Sonntagabend in Wien-Schwechat statt.

Wie Bundesheer-Sprecher Michael Bauer auf Twitter mitteilte, ist der Bundesheer-Flieger in Frankreich gestartet. Die Hercules landet gegen 20.30 Uhr in Wien.

280 Menschen im Flieger
Konsul Herold beschrieb die Stimmung der sechs Österreicher im Gespräch mit der „Krone“ als „hoffnungsvoll“. Herold: „Alle freuen sich schon, dass sie rauskommen und nach Österreich retourreisen können.“ Nach Frankreich geflogen wurden die Österreicher demnach mit einer Gruppe von rund 280 Personen. „Alle haben aus Sicherheitsgründen Masken auf“, so der Konsul. Der Top-Diplomat des Außenministeriums war von Peking nach Wuhan gereist, um unsere Landsleute heimzuholen.

Video: Bundesheer-Maschine hebt in Linz zur Rückholaktion ab

Anschober: Größte Vorsicht, auch bei sieben Rückkehrern
Es gebe keinen Grund zur Panik, aber man werde größte Aufmerksamkeit und Vorsicht walten lassen, kündigte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend an. Das gelte auch für die sieben Heimkehrer aus Wuhan. Diese würden vorerst in das Wiener Hygieneinstitut gebracht und 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Nach einer ersten kurzen Untersuchung durch die Berufsrettung war der Transport in das Hygieneinstitut nach Simmering geplant, wo Abstriche genommen würden, kündigte der Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) an.

Sollten die Ergebnisse, die bis Montagmittag erwartet wurden, einen Nachweis des Coronavirus ergeben, würden die Betroffenen in die Isolierstation des Kaiser-Franz-Josef-Spitals gebracht. Ansonsten würden diese zumindest 14 Tage isoliert, ob im Hygieneinstitut oder anderen geeigneten Einrichtungen, würde bis Montagnachmittag entschieden, so die stellvertretende Landessanitätsdirektorin von Wien, Ursula Karnthaler.

Todesfall auf den Philippinen, zwei Deutsche positiv getestet
Kurz vor dem Rückflug der Österreicher war am Sonntag bekannt geworden, dass auf den Philippinen eine Person nach der Infektion mit dem Coronavirus gestorben ist. Es handelt sich dabei um den ersten Todesfall außerhalb Chinas. In Deutschland wurden außerdem zwei China-Heimkehrer positiv auf das Virus getestet. Ein Video zeigt indes, wie China in nur wenigen Tagen ein ganzes Krankenhaus für neue Coronafälle aus dem Boden stampfte.

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