15.01.2020 11:00 |

Kleines Theater

Auch eine Oligarchin mischt mit

Mit „Eiscreme“, einer Komödie von Miro Gavran und „Mitterbachkirchen“, einem akut-bissigen Politprovinzstück, startet das Kleine Theater premierenmäßig in die 20er-Jahre. Einmal geht es um Mutter und Tochter in fast allen Lebensabschnitten, einmal mischt beim Bürgermeister sogar eine russische Oligarchin mit!

„Ich kann es dokumentieren, mein Stück schrieb ich schon 2018 - also vor Ibiza und diesem Oligarchen-Intermezzo“, muss sich Peter Blaikner vor keinen Tantiemenforderungen der Herren Strache & Gudenus fürchten. Zudem spielt der Autor auch keinen Vize-Bürgermeister, sondern den Gemeindechef des fiktiven Pinzgauer Ortes, der Trost bei der Russin sucht, nachdem ihn die Seinige von Tisch und Bett verwiesen hat. Zackige Anspielungen auf tatsächliche, wenngleich unglaubliche Politfakten sind beabsichtigt – denn Mitterbachkirchen mit viel Dreck am Stecken, so Blaikner, ist ohnehin überall.

Die Premiere eine Woche vor dem alpinen Polit(alp)traum gehört am 17. Jänner einem dem Teenie-Alter schon länger entwachsenen Bühnen-Duo, das aber in all den Jahren noch nie miteinander gespielt hat: Anita Köchl und Daniela Enzi, Ur-Schmückstücke (-Gesteine wäre uncharmant) der heimischen Darstellerinnen-Riege, stellen Mutter und Tochter in einem Zeitraum von 57 Jahren dar. Ganz schöner Job für die Maskenbildner, da beide in Wahrheit nahezu gleich alt sind. Diese Beziehung in allen denkbaren Phasen wird durch verschiedene Eissorten garniert. „Kurios ist, dass neben unserem Theater einst ein Eisturm stand“, erzählt Tochter Anita.

Gerhard Es inszeniert die Dialog-intensive himmlische Komödie „Oh Gott, warum gerade ich?“(ab 18.3.), in der einem Haarwuchsmittelverkäufer ein Heiligenschein wächst. An der Illuminationstechnik überm Kopf wird noch gearbeitet. Balint Walter führt bei „Der Hässliche“ Regie, die Titelrolle hat Hans-Jürgen Bertram, umso hübscher dafür Melanie Arnezeder.

Der Jahressubventions-Bonus (165.000 €) wird heuer städtisch um 10.000 aufgestockt, zwei Drittel zum Budget (ca. 500.000 €) kommen aus dem Ticketverkauf. „Ergibt 72% Auslastung, geht sich gerade aus. Kämen weniger, wär’s wohl unser Ende“, sagt Theatervereins-Obmann Blaikner.

Roland Ruess

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