09.01.2020 06:00 |

Martyrium beendet

Schlag gegen Sex-Mafia: Sechs Frauen befreit

Ein Martyrium mussten sechs Frauen aus Nigeria über sich ergehen lassen. Mit falschen Versprechungen wurden sie nach Europa gelockt. Doch statt einer legalen Arbeitsstelle in Österreich warteten Schläge und illegale Prostitution. Bei einer europaweiten Aktion klickten für die Täter in Italien die Handschellen.

So hatten sich die sechs Nigerianerinnen ihr Leben fern von der Heimat nicht vorgestellt. Die Frauen - die älteste ist 30 Jahre alt - wurden über Niger und Libyen nach Italien und weiter nach Österreich gebracht. Die Täter gingen dabei arbeitsteilig vor. In Salzburg-Itzling war auf dem illegalen Strich Endstation. Schläge und Vergewaltigungen zerstörten rasch den Traum von einer besseren Zukunft.

„Mit speziellen Ritualen gefügig gemacht“
Zudem schüchterte eine Vodoo-Priesterin die Sex-Sklavinnen ein. „Um einen besonderen Druck auf die Opfer auszuüben, wurden sie darüber hinaus mit speziellen Ritualen gefügig gemacht“, erklärte am Mittwoch Brigadier Gerald Tatzgern, Österreichs oberster Jäger von Menschenhändlern, vor den Behörden im italienischen Piacenza.

In Kooperation mit den italienischen Strafverfolgungsbehörden konnten die sechs Opfer befreit und sieben nigerianische Täter im Alter von 15 bis 45 Jahren im Rahmen der Operation „Little Free Bear“ in Italien, Deutschland und Großbritannien sowie eine Verdächtige in Griechenland verhaftet werden. Ein 40-jähriger Drahtzieher lebte in Salzburg.

Seit 2016 hatten Ermittler des Joint Operational Office im Bundeskriminalamt in Wien die Verbrecher im Visier. Tausende Handynachrichten mussten ausgewertet werden.

Martina Münzer, Kronen Zeitung

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