Um 98.000 € betrogen

Erbe und Erspartes: „Gier“ wurde zum Verhängnis

„Die Gier ist ein Hund“ - und in diesem Fall hat er seine Herrchen gebissen. Denn jenes Ehepaar (44, 45) aus Engerwitzdorf, das von einem Betrüger um Golddukaten im Wert von 98.000 € gebracht worden war, hatte einen Gewinn durch den heimlichen Verkauf erhofft. Und steht jetzt mit leeren Händen da.

Angefangen hatte der Kontakt zum Betrüger, der einer mobilen ethnischen Minderheit angehören soll, ganz harmlos. Nach einem Todesfall in der Familie hatte das Paar eine Wohnung im Internet zur Auflösung ausgeschrieben, der Mann meldete sich. Ein Wort gab das andere und so erzählten die Mühlviertler auch, dass sie auf Gold-Dukaten „sitzen“ – teils aus dem Erbe, teils aus Erspartem.

15 Prozent über Verkaufspreis
Der Gauner am anderen Ende der Telefonleitung schaltete sofort und bot an, das Gold 15 Prozent über dem aktuellen Verkaufspreis erwerben zu wollen. Das würde sich für ihn rechnen, da er das Gold im Ausland weiterverkaufen könne, sich Wechselspesen und Ähnliches ersparen würde.

Im Stoffsackerl übergeben
Das Paar wollte die etwa 10.000 € Mehrertrag durch den Verkauf nicht ungenutzt lassen und stimmte dem Austausch Gold gegen Geld im Linzer Ibis Hotel zu. Man traf sich dort wie verabredet in der Lobby und die Verkäufer hatten das Gold in einem unauffälligen Stoffsackerl dabei. Der „Käufer“ gab vor, dass er im Hotel ein Zimmer habe, wo das Geld liege. Er müsse es nur noch holen. Doch statt in der Lobby mit dem Gold auf ihn zu warten, gab das Paar dem Gauner den Schatz vertrauensselig mit. Als er nicht mehr auftauchte, fragten die Mühlviertler bei der Rezeption nach der Zimmernummer des Geschäftspartners, der hier natürlich nie eingecheckt hatte

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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Dienstag, 22. September 2020
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