Mit gehässiger E-Mail

Skurrile Wendung vor Prozess um Würstel-Attacke

Oberösterreich
03.09.2025 10:14
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Er kam nicht und war auch noch gehässig! Jener 66-jährige Rentner, der in Ried wegen der Würstel-Attacke gegen eine Muslima am Schärdinger Wochenmarkt angeklagt war, erschien nicht zur Verhandlung und schickte vorab sogar noch eine gehässige Mail, die sich gegen die Richterin richtete.

„Du schaust scheiße aus! Scheiß Allah! Scheiß Islam!“, rief der Mann einer Frau mit Kopftuch zu, als er auf diese am 17. April auf einem Wochenmarkt im oberösterreichischen Schärding traf. Bei verbalen Entgleisungen blieb es allerdings nicht: Er soll anschließend die Frau mit Gewalt gepackt und versucht haben, ihr ein Stück Frankfurter in den Mund zu stecken: „Ich esse Schwein, jetzt musst du auch Schwein essen!“

Danach habe er die Frau noch am Handgelenk gepackt, ihr den Arm verdreht und gedroht, ihr die Hand abzuhacken. Auch drei Faustschläge ins Gesicht habe er ihr laut Staatsanwaltschaft versetzt. Das Opfer wurde bei der Attacke an der Hand und im Gesicht verletzt.

Angeklagter vermutete „islamischen Schauprozess“
Die brutale Attacke hat nun ein gerichtliches Nachspiel für den deutschen Staatsbürger. Doch Mittwochfrüh wartete man im Gerichtssaal in Ried vergeblich auf den 66-Jährigen. Er vermutete „einen islamischen Schauprozess“, verlas Richterin Tamara Shahin die Mail für sein Nichterscheinen im Gericht. Denn der Angeklagte nahm wegen des Namens der Vorsitzenden an, dass diese auf der Seite der Muslima stehen würde und er ohnehin chancenlos sei. Ein weiterer Grund sei sein 700 Kilometer entfernter Wohnsitz, der es ihm unmöglich mache, pünktlich zum Gerichtstermin am Vormittag zu erscheinen.

Das Opfer war wegen des Kopftuchs zum Angriffsziel geworden
Das Opfer war wegen des Kopftuchs zum Angriffsziel geworden(Bild: P. Huber)

In der Mail nahm er auch zu den Tatvorwürfen Stellung: Nicht er, sondern das Opfer habe ihn beschimpft und verbal attackiert. Die Muslima, in Österreich geboren und mit einwandfreien Deutschkenntnissen, sagte zu Journalisten, eine solche Islamfeindlichkeit habe sie in Schärding noch nie erlebt.

Sein Antrag auf Ablehnung der Richterin wurde von der Gerichtspräsidentin abgelehnt. Es würden keinerlei Zweifel an ihrer Objektivität bestehen.

Internationaler Haftbefehl erwogen
Nach der Verlesung vertagte die Richterin den Prozess und jetzt wird erwogen, dass ein internationaler Haftbefehl gegen den Deutschen ausgestellt wird. Wegen Verhetzung, Nötigung und Körperverletzung drohen dem 66-Jährigen bis zu zwei Jahre Haft.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

krone.tv

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung