30.12.2019 08:26 |

Mitfavorit

Walkner: „Es wird eine richtig actionreiche Dakar“

Die Rallye Dakar hat Matthias Walkner Glücksgefühle, aber auch schwere Verletzungen und enorme Schmerzen beschert. Vor seiner sechsten Teilnahme an dem Extrembewerb steht bei dem KTM-Werksfahrer aber ausschließlich das Positive im Vordergrund. „Seit dem ersten Start habe ich nicht mehr so eine Vorfreude gespürt“, sagte Mitfavorit Walkner vor dem Auftakt am Sonntag in Jeddah. Walkner prophezeiht eine „richtig actionreiche Dakar“.

Bei der Premiere in Saudi-Arabien betreten aber auch die Dakar-Routiniers Neuland. „Ich weiß nicht wirklich, was mich erwartet“, gab Walkner im Vorfeld zu. Der Salzburger war bei den vergangenen Auflagen in Südamerika zweimal Zweiter (2017, 2019) und hat 2018 als erster Österreicher in der Motorrad-Wertung triumphiert. Leidvolle Erfahrungen waren ein Oberschenkelbruch 2016 und ein Sprunggelenksbruch mit folgendem Knorpelschaden 2019.

„Navigieren viel komplexer“
Um weiterhin mit das Tempo anzugeben, musste sich auch der 33-Jährige weiterentwickeln. Sowohl fahrerisch, als auch bei der Orientierung. „Früher fuhren zehn Leute professionell, jetzt sind es sechs, sieben Werksteams mit 30 Vollprofis“, erklärte Walkner. „Und das Navigieren ist viel komplexer geworden.“

Die Streckenbeschreibung, das „Roadbook“, bekommen die Teilnehmer jeweils erst kurz vor den Etappen. Damit sind die Herausforderungen auf den bis zu 550 km langen Sonderprüfungen (insgesamt 5.100 SP-Kilometer) der zwölf Etappen (gesamt 7.856 km) enorm. Walkners Ausblick: „Es wird eine richtig actionreiche Dakar.“

„Das ist keine Gaudi“
Start und Ziel sind jeweils vorgegeben, den schnellsten Weg auf den Wertungsstrecken müssen die Fahrer selbst finden. Küstenabschnitte, Berge bis 2.500 m Höhe und eine „richtig schwere Wüste“ erwarten laut Walkner die rund acht Sieganwärter. „In den Dünen zu navigieren ist keine Gaudi“, weiß der Kuchler. „Was ich auf dem Papier gesehen habe, wird es richtig zach.“ Walkner hatte versucht, sich via Internet (Google Earth) einen groben Überblick zu verschaffen.

Der oberösterreichische Hersteller KTM will bei der Dakar auch auf der arabischen Halbinsel weiterhin den Ton angeben. Am 17. Jänner soll in Qiddiya zum 19. Mal in Folge ein KTM-Pilot auf dem Podest ganz oben stehen. Die Werksfahrer sind neben Walkner der australische Zweifach-Sieger Toby Price (2016, 2019) und der in Dubai lebende britische Rallye-Weltmeister Sam Sunderland (Sieger 2017). „Ich traue mir nicht zu sagen, wer gewinnen wird, aber unsere drei stelle ich ganz vorne hin“, erklärte Team-Manager Heinz Kinigadner. Und bezeichnete Walkner als „starken Sieganwärter“.

„Hoffe auf gute Konkurrenz“
Für den siebenfachen Dakar-Teilnehmer und Ex-Motocross-Weltmeister ist das Honda-Werksteam mit Ricky Brabec (USA), Kevin Benavides (ARG) und Joan Barreda (ESP) der härteste Rivale. „Ich hoffe auf richtig gute Konkurrenz“, sagte Kinigadner. „Honda hat sehr viel investiert, sie sind uns gleichwertig, auch bei den Fahrern.“

Zum KTM-Konzern gehören auch die Teams Husqvarna mit Pablo Quintanilla (CHL) und Andrew Short (USA) sowie Gas Gas mit der Spanierin Laia Sanz. Als weitere Österreicher nehmen die Motorrad-Privatfahrer Martin Freinademetz und der in Peru lebende Nicolas Brabeck-Letmathe das gefährliche Abenteuer in Angriff.

Auf vier Rädern startet Nasser Al-Attiyah im Nachbarland seiner Heimat Katar als Titelverteidiger in der Auto-Kategorie. Zu den Rivalen des Toyota-Piloten zählt der Franzose Stephane Peterhansel. Der 54-Jährige ist mit dem Motorrad (sechs Siege zwischen 1991 und 1998) und im Auto (sieben Erfolge zwischen 2004 und 2017) Rekord-Gewinner der Dakar.

Zu den früheren Siegern am Start zählt auch der Spanier Nani Roma. Der zweifache Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso, der 2019 schon die 24 Stunden von Le Mans gewonnen hat, betritt hingegen Neuland. Der Spanier hat im fünffachen Motorrad-Sieger Marc Coma allerdings einen erfahrenen Navigator als Co-Piloten im Toyota neben sich.

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