14.12.2019 08:00 |

Trauer nach Tragödie

„Erschreckend, wie schnell oft gefahren wird“

Gespenstische Stille in der Tiroler Wildschönau: Nach dem Verkehrsdrama, das den elfjährigen Mathias viel zu früh aus dem Leben riss, herrschen noch immer Trauer und Fassungslosigkeit. Der Bub war schon das 16. Kind, das heuer bei einem Unfall starb. Ein Grund für die traurige Bilanz: Tempolimits werden oft missachtet!

„Als ich an der Unfallstelle die Kerzen neben dem zerstörten Zaun sah, kämpfte ich mit den Tränen“, schreibt ein zweifacher Familienvater aus Oberau in einem offenen Brief an Politik, Polizei und Medien. Für den Wildschönauer kam die Tragödie aber nicht ganz unerwartet. „Es ist erschreckend, wie schnell vor der Schule in Oberau grundsätzlich gefahren wird“, ist er wütend. Nur wenige würden sich im ganzen Hochtal an Tempolimits halten. „Es gibt auch keine Radarkästen“, sorgt sich der Unterländer um seine Kinder.

Kinder haben immer Vorrang
Die Sorge ist berechtigt: Mathias war nämlich schon das 16. Kind, das heuer bei einem Verkehrsunfall in Österreich ums Leben kam. „Damit sind 2019 bereits mehr Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr gestorben, als in den vergangenen beiden Jahren zusammen“, weiß Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Und auch wenn Kinder die Gefahren des Straßenverkehrs oft noch nicht richtig einschätzen können, sind sie bei knapp zwei Dritteln der Unfälle schuldlos. Daher appelliert Robatsch einmal mehr an alle Autofahrer: „Kinder haben im Straßenverkehr immer Vorrang - auch wenn es keinen Schutzweg gibt.“

Tempo 30 gefordert
Alarmierend sieht auch der Verkehrsclub Österreich die Zahl der tödlichen Kinderunfälle in diesem Jahr und fordert einmal mehr übersichtliche Straßenübergänge und eine generelle Tempo-30-Beschränkung in Ortsgebieten.

Samuel Thurner
Samuel Thurner
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