Sparkasse-OÖ-Chef

„Wollte für Mitarbeiter immer berechenbar sein“

In einer Woche hat Michael Rockenschaub seinen letzten Arbeitstag als Chef der Sparkasse OÖ, räumt den Platz für Stefanie Huber. „Ich ziehe einen totalen Strich“, sagt der bald 65-Jährige, der sich aufs Wandern, Skifahren und die Zeit mit den Enkerln freut, aber in der Pension doch nicht ganz untätig sein wird.

„Krone“: Herr Rockenschaub, nächsten Freitag ist Ihr letzter Arbeitstag. Wie fühlt sich das an - nach mehr als 36 Dienstjahren?
Michael Rockenschaub: Am Weltspartag war ich nachdenklich, aber sonst empfinde ich weder eine riesige Freude noch Wehmut. Es ist alles gut aufgestellt, vorbereitet - es passt.

„Krone“: Ihr Büro wirkt schon etwas verwaist. Gab’s private Stücke, die Sie mitnehmen?
Rockenschaub: Der Kasten ist leer, nur ein bisschen Krimskrams ist noch da. Ich bin ein Fan von „Die Seer“ der ersten Stunde, da hing ein Foto mit dem Traunstein im Hintergrund hinter meinem Schreibtisch. Das hab’ ich schon daheim.

„Krone“: Pensionist statt Generaldirektor - wie klingt das für Sie?
Rockenschaub: Ich bin 40 Jahre berufstätig, mache nun einen totalen Cut und werde Privatmensch sein. Es kann sich etwas ergeben, eine Tätigkeit als Beirat oder Aufsichtsrat, aber in einem sehr eingeschränkten Ausmaß will ich das machen. Ich will das nicht übertreiben und neue Ämter einsammeln.

„Krone“: Nicht alle tun sich leicht, einen Schlussstrich zu ziehen. Was ist Ihr Rezept?
Rockenschaub: Vor drei Jahren wurde bei meiner Vertragsverlängerung fixiert, dass Ende 2019 Schluss ist. Jetzt weiß ich ein Jahr, wer meine Nachfolgerin wird. Wir hatten ein Super-Übergabejahr, in dem wir wirklich fleißig waren. Wir haben Großkunden, Institutionen, Kammern, Gremien aller Art besucht. Das war für mich zum Einstimmen fein. Und wenn du eine Super-Nachfolgerin hast, bist du auch stolz drauf. Dadurch hab ich mich sehr gut eingewöhnt.

„Krone“: Am 1. Oktober 1983 begannen Sie als Assistent im Firmenkundengeschäft.
Rockenschaub: Ich hab’ da mit kopieren gehen und Kaffee holen angefangen. Dann wurde ich Kundenbetreuer, Abteilungsleiter, Bereichsleiter, Firmenkundenvorstand, Vorstandsvorsitzender. Es hat eins das andere ergeben.

„Krone“: Wie lautete Ihre Devise?
Rockenschaub: Ein ganz wichtiges Prinzip war immer, dass ich für Mitarbeiter berechenbar bin. Aus der Berechenbarkeit entsteht Sicherheit, daraus Kreativität und so mehr Performance.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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