„Lektion erteilt“

Bewährungsstrafe für 15-Jährigen nach Prügelexzess

Wien
28.11.2019 16:32

Weil er gemeinsam mit zwei Mittätern einen 36 Jahre alten Mann auf der Wiener Donauinsel attackiert und schwer verletzt hatte, ist ein 15 Jahre alter Bursche am Donnerstag zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Teenager muss überdies 2000 Euro an das Opfer zahlen, überdies an einem Anti-Gewalttraining teilnehmen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Gegen die beiden anderen Angeklagten wird kurz vor Weihnachten weiterverhandelt.  

Zu dem Gewaltexzess war es am 15. April gekommen. Die drei Burschen - zwei 15-jährige gebürtige Tschetschenen und ein 19-Jähriger mit afrikanischen Wurzeln - gingen auf den 36-Jährigen los, weil dieser sich mit der minderjährigen Cousine des 19-Jährigen verabredet hatte. Das Mädchen hatte den älteren Mann über eine Wohnungsanzeige kennengelernt. Seine Wohnung vermietete er ihr zwar nicht, aber dafür bat er sie ungeachtet des beträchtlichen Altersunterschieds um ein Date. Zwar war das Mädchen deshalb irritiert, es hielt die Jugendliche jedoch schlussendlich nicht davon ab, auf den Vorschlag einzugehen. 

Das geplante Date blieb allerdings nicht geheim. Ihr älterer Cousin und die beiden 15-Jährigen hörten davon, legten sich in der Nähe zur ausgemachten Zeit auf die Lauer und folgten den beiden. Obwohl der 36-Jährige mit dem Mädchen lediglich spazieren ging und es zu keinem übergriffigen Verhalten oder gar aus ihrer Sicht unerwünschten Berührungen kam, wurde der Mann schließlich von den Burschen angegriffen.

Verprügelt, damit „er so etwas nicht mehr macht“
Zunächst jedoch näherte sich der am Donnerstag bereits verurteilte Teenager dem Mann, bat zum Schein um eine Zigarette, die der 36-Jährige als Nichtraucher dem Burschen jedoch nicht bieten konnte. Daraufhin schlug ihm der 15-Jährige mit der Faust ins Gesicht und brach ihm dabei die Nase. Danach stürzte sich der zweite 15-Jährige auf den Mann, ehe auch der 19-Jährige auf ihn losging. Zu dritt prügelten die Burschen daraufhin auf das Opfer ein, „dass er so etwas nicht mehr macht“, wie einer von ihnen am Donnerstag vor dem Schöffensenat erklärte. Man habe dem 36-Jährigen „eine Lektion erteilen“ wollen, da es sich nicht gehöre, „dass sich ein älterer Mann mit einer 16-Jährigen trifft“. 

Der Schwerverletzte musste im Spital behandelt werden. Er erlitt neben der unverschobenen Nasenbeinfraktur Serienrippenbrüche und einen Riss der rechten Niere. Außerdem trat Luft aus seiner linken Lungenhälfte aus.

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