27.11.2019 07:06 |

Schnee, Regen, Muren

Schäden nach Unwettern: Die ersten Schätzungen

Die schweren Unwetter in der vergangenen Woche im Süden und Südwesten Österreichs haben enorme Schäden angerichtet, sowohl im Privatbereich als auch an der Infrastruktur sowie den Wäldern. Nun haben die heimischen Versicherungen erste Schätzungen zur Höhe der entstandenen Schäden bekannt gegeben und fordern einmal mehr Pflichtversicherungen. Zudem erging der Rat an Betroffene, sich so rasch wie möglich mit der Versicherung in Verbindung zu setzen, sobald das Schadensausmaß abschätzbar wird.

Gleich vorweg: Besonders in Kärnten und Salzburg richteten die heftigen Niederschläge gewaltige Schäden an. In Osttirol waren diese im Privatbereich eher überschaubar, vielmehr haben hier die Wälder und die Infrastruktur stark gelitten.

Die ersten Schätzungen:
Österreichweit ergab eine erste vorsichtige Schätzung der UNIQA bei ihren Kunden Schäden in der Höhe von rund fünf Millionen Euro. „Noch ist nicht klar, wie hoch der Schaden insgesamt ausfallen wird. Aber nach ersten Schätzungen rechnen wir mit zirka 2500 Schäden und zirka fünf Millionen Euro Schadensaufwand für die Unwetter in Kärnten und Salzburg“, hieß es in einem Statement von Erwin Griesl, Leiter Schaden bei der UNIQA Österreich.

Die Wiener Städtische berichtete von rund zwei Millionen Euro. Die Schadensfälle werden auf rund 500 Stück geschätzt, die hauptbetroffenen Gebiete seien einmal mehr in Kärnten und Salzburg zu finden. Zu einer finalen Beurteilung ließ sich auch die Kärntner Landesversicherung vorerst nicht hinreißen. Man rechne derzeit insgesamt mit Schäden in dreistelliger Millionenhöhe, hieß es. Da jedoch noch viele Schadensmeldungen ausständig sind - immerhin sind nach wie vor Ortschaften teils noch gar nicht erreichbar -, kann noch keine seriöse Endabschätzung abgegeben werden.

Schneedruck, Vermurungen, Hochwasser
Aus der Allianz Österreich hieß es, dass die Schäden in den betroffenen Gebieten vorwiegend von Schneedruck, Vermurung und Hochwasser hervorgerufen seien. Zu diesen Unwettern und den daraus entstandenen konkreten Schäden könne man aktuell noch keine valide Einschätzung abgeben. Die Generali Österreich verwies darauf, dass schon zahlreiche Kunden Schadensmeldungen eingereicht hätten, Details könne man derzeit aber noch nicht nennen. Seitens der GRAWE habe es in den betroffenen Gebieten keine signifikanten Schadensereignisse gegeben, wie es aus dem Unternehmen hieß.

Schäden vor allem in Osttiroler Wäldern und Infrastruktur
Schäden im privaten Bereich seien in Osttirol ebenfalls überschaubar, wie es seitens der Tiroler Versicherung hieß. Deren Vorstandschef Walter Schieferer sprach von aktuell rund 20 Fällen mit einer versicherten Schadenssumme von unter 100.000 Euro. An Privatgebäuden seien kaum Schäden entstanden, vor allem Verschmutzungen wurden gemeldet. Gewütet hatten die Unwetter allerdings in den Wäldern, auch die Infrastruktur hat schwer gelitten.

„Pflichtversicherung würde umfassenden finanziellen Schutz bieten“
Die Branche rechnet allgemein mit einer Zunahme von Naturkatastrophenschäden in der Zukunft und bemüht sich bereits seit Jahren um eine Versicherungslösung für Haushalte und Unternehmen. Aus der Wiener Städtischen heißt es, dass ein Katastrophenpaket den Versicherungsschutz im Falle von Naturkatastrophen für alle Österreicher wesentlich erhöhen könnte - und das auf leistbarem Niveau. Gerhard Schöffmann, Vorstandsdirektor der Kärntner Landesversicherung: „Naturkatastrophen häufen sich in den letzten Jahren, die Deckungen beispielsweise bei Hochwasser oder Erdbeben sind allerdings sehr eingeschränkt. Eine obligatorische Pflichtversicherung würde umfassenden finanziellen Schutz bieten, die Betroffenen hätten einen echten Anspruch auf Entschädigung zum Neuwert und müssten nicht auf Hilfe aus dem Katastrophenfonds hoffen.“

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