WM-Play-off

ÖHB-Herren gehen als Favorit in Spiele gegen Holland

Sport
10.06.2010 13:18
Auf Österreichs Handballer wartet das letzte Highlight einer langen Saison. Am Samstag (20.15 Uhr/live in ORF Sport Plus) geht es in Dornbirn im Play-off-Hinspiel gegen die Niederlande um die Teilnahme an der WM 2011 in Schweden. Es wäre die erste für die ÖHB-Herren seit 1993. Nach der völlig verpatzten Generalprobe am Dienstag im Test gegen die Schweiz (27:36) hofft Teamchef Dagur Sigurdsson nun wieder auf eine ähnlich leidenschaftliche Vorstellung seiner Truppe wie bei der Heim-EM im Jänner.

"Wir sind unser größter Gegner. Das hat man gegen die Schweiz gesehen, da haben wir sehr schlecht ausgesehen. Das war von A bis Z ein miserables Spiel", erklärte Sigurdsson, der vor allem den Teamgeist vermisst hat. "Wir haben keinen charakterlichen Zusammenhalt gezeigt, das war sehr, sehr enttäuschend." Am Samstag erwartet sich der Isländer vor erhofften 4.000 Zuschauern in der Messehalle eine klare Antwort von Kapitän Viktor Szilagyi und Co.

"Auf uns wartet ein echtes Endspiel"
"Hoffentlich ist die Mannschaft aufgewacht, auf uns wartet ein echtes Endspiel. Wir müssen alle Kräfte freisetzen und als Truppe zusammenhalten", erklärte Sigurdsson, dem vor allem der Ausfall des defensiv und offensiv wichtigen Rückraumspielers Vitas Ziura sehr wehtut. Seine Lücke müssen Spieler wie Roland Schlinger füllen. "Ein herber Verlust, aber das müssen und werden wir wegstecken", ist sich Schlinger, der kommende Saison in der deutschen Liga bei HBW Balingen Weilstetten spielen wird, sicher. Auch Martin Abadir und Fabian Posch fallen aus.

Nach den starken Leistungen bei der EM, bei der Serbien und Russland besiegt wurden und am Ende Rang neun herausschaute, stecken die Österreicher gegen die "Oranje"-Handballer in der Favoritenrolle. "Natürlich ist es ein größerer Druck, wenn man etwas schaffen muss. Aber wir wollen und wir müssen zur WM, damit muss man leben", glaubt Sigurdsson, dass seine Spieler mit den Voraussetzungen gut umgehen können. "Druck ist manchmal leistungssteigernd, so werden wir das auch anlegen", merkte Szilagyi, frisch gebackener Sieger im Europacup der Cupsieger mit dem VfL Gummersbach, an.

Zukunft Sigurdsson als Teamchef noch ungewiss
Das Rückspiel auswärts in Emmen findet am 20. Juni (Sonntag) statt. "Ein klarer Nachteil", weiß Sigurdsson, der dies aber genauso wenig als Ausrede gelten lassen will wie den Zeitpunkt der Duelle mit den Niederländern: "Es ist nicht leicht, sich Mitte Juni noch einmal voll auf Handball zu konzentrieren. Aber die besten Mannschaften schaffen das." 

Über seine Zukunft als ÖHB-Teamchef will Sigurdsson, der auch Trainer des deutschen Bundesligisten Füchse Berlin ist, erst nach der WM-Quali sprechen. "Jetzt machen wir einmal die zwei Spiele gegen die Niederlande und dann setzen wir uns zusammen."

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