Postenschacher-Affäre

Neue Casino-Razzien bei zwei Ex-Finanzministern

Österreich
12.11.2019 16:31

In der Affäre um die Bestellung von Peter Sidlo zum Vorstand der Casinos Austria ist die Staatsanwaltschaft erneut aktiv geworden: Am Dienstag gab es Hausdurchsuchungen bei der staatlichen Beteiligungsfirma ÖBAG und deren Chef Thomas Schmid. Auch Ex-Finanzminister Hartwig Löger und die prominenten Casino-Aufsichtsräte Walter Rothensteiner und Josef Pröll, ebenfalls ein früherer Finanzminister, bekamen Besuch.

Löger wies am Dienstag alle Vorwürfe zurück: „Die Anschuldigungen entbehren jeglicher Grundlage. Ich sehe die freiwillige Nachschau und die damit verbundenen Vorwürfe gelassen und werde daher selbstverständlich voll inhaltlich mit den Behörden kooperieren, damit sich diese absurden Vorwürfe möglichst bald in Luft auflösen“, ließ er der Austria Presse Agentur mitteilen.

Hartwig Löger (Bild: AFP)
Hartwig Löger

Auch ÖBAG bestätigt „Nachschau“
Die ÖBAG bestätigte indessen in einer Aussendung, dass bei ihr eine „Nachschau“, also eine freiwillige Hausdurchsuchung, stattgefunden habe und sie sich auf die Bestellung Sidlos zum Finanzvorstand der Casinos Austria bezogen habe. Zugleich weist die ÖBAG, die ein Drittel der Anteile an den Casinos Austria hält, darauf hin, dass sie in keiner Weise als Beschuldigte davon betroffen sei, mit den ermittelnden Behörden vollinhaltlich kooperiere und sämtliche gewünschten Unterlagen freiwillig den Behörden übergeben habe. Weder die ÖBAG noch ihre Vorgängergesellschaft ÖBIB seien in die Vorstandsbestellung von Peter Sidlo eingebunden gewesen.

Stein des Anstoßes: Peter Sidlo (Bild: Casinos Austria/Christof Wagner)
Stein des Anstoßes: Peter Sidlo

Der frühere FPÖ-Bezirksrat Peter Sidlo ist unter der ÖVP-FPÖ-Regierung Anfang Mai als Finanzchef der Casinos Austria eingesetzt worden, obwohl der engagierte Personalberater Egon Zehnder Zweifel an seiner Eignung geäußert hatte. In einer anonymen Anzeige wurde danach der Vorwurf geäußert, dass Casinos-Großaktionär Novomatic diese Bestellung aufgrund eines Deals mit der FPÖ akzeptiert habe. Demnach hätte sich die FPÖ als Dank für die Bestellung künftig für Lockerungen im Glücksspielgesetz einsetzen sollen. Sowohl die FPÖ als auch Novomatic dementieren kategorisch so eine Absprache.

(Bild: APA/Helmut Fohringer)

Razzien bei Novomatic, Strache und Gudenus
Trotzdem hat es bereits Hausdurchsuchungen bei Novomatic-Chef Harald Neumann, Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und Sidlo selber gegeben. Seit Anfang September läuft auch bei den Casinos eine interne Überprüfung des Falls, Sidlo hat sich bis zur Klärung der Vorwürfe beurlauben lassen. Auch sein Mandat als Generalrat der Nationalbank hat er ruhend gestellt. 

Kronen Zeitung/krone.at

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