08.11.2019 08:47 |

Am 20. November

Tag des Landesgerichts soll Vorurteile abbauen

Zum Tag des Klagenfurter Landesgerichts wird am 20. November geladen. Ab 15 Uhr stehen allen Interessenten die Türen offen. Es gibt Führungen und Einblicke in den Alltag sowie einen Schauprozess (ab 19.30 Uhr) und auch der bekannte Krimiautor Veit Heinichen ist bei einer Diskussion zur „Justiz 2050“ dabei.

Bei der Diskussion um eine Systemreform des Kärntner Gerichtswesens und Schließungen sind die elf Kärntner Bezirksgerichte plötzlich für alle außerhalb der Justiz unverzichtbar: Doch ungewiss ist, wer überhaupt schon einmal zu Gericht kam, wenn er nicht dazu gezwungen war?

„Wir möchten, dass sich die Kärntner einmal IHR Landesgericht anschauen - ganz zwanglos“, sind sich Gerichtschef Bernd Lutschounig und sein Vize Manfred Herrnhofer einig. Daher wurde, wie bereits berichtet, ein Tag des Landesgerichts organisiert. Am 20. November schließen die Sicherheitstüren nicht wie sonst üblich nachmittags, sondern werden ab 15 Uhr geöffnet, um allen Interessierten nicht nur bei Führungen das teilweise historisch interessante Gebäude zu zeigen, sondern auch den Justizalltag vorzustellen. „Wir betreten damit Neuland in Österreich“, sagt Herrnhofer. Die Scheu vor der Justiz soll in Gesprächen abgebaut werden, ebenso Vorurteile, die Rechtssprechung betreffend. Um das zu erreichen, ziehen alle an einem Strang - auch Staatsanwaltschaft, Rechtsanwalts- und Notariatskammer sind mit dabei.

Schwere Kost liefert ein „Moot Court“, ein Schauprozess, mit einer Verhandlungssimulation zu einer Mitwirkung bei einem Selbstmord eines sterbenskranken Menschen. Warum Richter Christian Liebhauser ausgerechnet einen Euthanasie-Fall ausgesucht hat? „Weil die Thematik immer aktuell ist und außerdem die Bandbreite der Rechtssprechung aufzeigt. Wir sind gespannt, wie das Publikum entscheiden wird.“ Der Prozess (Beginn: 19.30 Uhr) wird übrigens großteils von Richteramtsanwärtern „gespielt“. Das ist auch ein Ziel des offenen Haues; junge Menschen für eine Karriere im Gericht zu begeistern, den Stellenwert der durch Sparpläne und Skandalurteilen angeschlagenen Justiz wieder zu verbessern.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen