22.10.2019 20:10 |

Schüsse und Chaos

Bewaffneter kapert Rettungsauto: Verletzte in Oslo

In der Innenstadt von Oslo hat ein Mann Dienstagmittag einen Rettungswagen gekapert und ist damit davongerast. Bei dem Fluchtversuch verletzte der Lenker vier Menschen - unter ihnen auch sieben Monate alte Zwillinge. Die Polizei konnte den Verdächtigen durch Schüsse in einen Reifen stoppen und verhaften. Eine weitere Person, eine junge Frau, wurde nach mehrstündiger Fahndung am Nachmittag gefasst. Die Festgenommenen sind Norweger und waren der Polizei bereits bekannt.

Wie die Polizei auf Twitter mitteilte, dürfte der Mann mit dem Rettungswagen eine Mutter mit Kinderwagen und ein älteres Ehepaar angefahren haben, bevor er gestoppt wurde. Er soll nach Zeugenaussagen absichtlich auf den Gehsteig gefahren sein. Das Ehepaar und die Zwillinge wurden leicht verletzt.

Augenzeugen schilderten, der Mann habe eine Schusswaffe dabeigehabt und davon auch Gebrauch gemacht. In einem Facebook-Video sind auch mehrere Schüsse zu hören. Auf Fernsehaufnahmen waren ein umgestoßener Kinderwagen sowie ein umgestürztes Verkehrsschild zu sehen.

Rettungswagen mit Besatzung gekapert
Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sich der 32-Jährige und die 25-Jährige bei einem Unfall mit einem anderen Auto überschlagen. Der Fahrer des Unfallautos habe anschließend den Rettungswagen gestohlen, Polizisten beim Eintreffen am Unfallort mit einer Waffe bedroht und versucht, sie mit dem Wagen zu überrollen, berichtete die Polizei. Die Frau, die laut Polizei vermutlich unter Drogen stand, sei verschwunden, während der Mann mit dem Rettungswagen floh.

Als der Mann den Unfallort verließ, waren auch noch drei Personen im Rettungswagen. Sie kamen bei der kurzen Flucht mit dem Schrecken davon.

Augenzeugen berichteten dem Sender NRK, die Polizei habe bei der Verfolgung des Mannes auf die Reifen des Rettungswagens geschossen - der 32-Jährige habe die Schüsse erwidert und sei schließlich mit dem Fahrzeug in ein Tor vor einem Wohnhaus gekracht. Die Polizei teilte mit, der Verdächtige sei von den Schüssen „nicht schwer verletzt“ worden. Fernsehaufnahmen zeigten Einschusslöcher in der Fahrertür.

Waffen und Drogen gefunden
Laut Polizei gebe es Hinweise, dass der festgenommene Mann, dem Mordversuch vorgeworfen werde, Kontakte zum rechtsextremen Milieu habe. Man habe mehrere Waffen und Drogen gefunden, hieß es ohne genauere Angaben. Auch was das Motiv für die Tat betrifft, sei es noch zu früh, etwas darüber zu sagen. Man gehe aber nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.

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