21.10.2019 16:08 |

Lagune in Gefahr

Öko-Katastrophe: Mar Menor droht der Kollaps

Europas größte Salzwasserlagune, das Mar Menor im Südosten Spaniens, steht vor dem Kollaps. Zuletzt waren laut Experten und Anrainern Zehntausende Fische und andere Meerestiere in dem Gewässer verendet und an Land gespült worden. Die Suche nach den Verantwortlichen der Öko-Katastrophe läuft auf Hochtouren.

Zunächst hatte es geheißen, durch heftige Regenfälle im September rund um die Provinz Murcia sei viel Süßwasser und nährstoffreicher Schlamm in das Binnengewässer gelangt. Algen und Bakterien hätten sich stark vermehrt, wegen des resultierenden Sauerstoffmangels seien viele Tiere an die Wasseroberfläche getrieben worden und verendet.

Mar Menor in verheerendem Zustand
Jedoch gebe es auch andere Gründe für den verheerenden Zustand des 170 Quadratkilometer großen Mar Menor, berichteten spanische Medien am Montag. Öko-Aktivisten machen vor allem die intensive Landwirtschaft in der Region verantwortlich. „Die Hauptursache für den Zusammenbruch ist die enorme Menge an Düngemitteln, die durch die verschiedenen Wasserflüsse in die Lagune gelangt und sich dort ansammelt“, zitierte die Zeitung „La Vanguardia“ die Umweltschützerin Julia Martinez.

Anrainer und Fischer sind hingegen überzeugt, dass grundsätzlich zu viele Abwässer und Abfälle in das Gewässer geleitet werden. „Die Wahrheit ist, dass es bezüglich des Mar Menor zu viele offene Fronten gibt“, schrieb das Internetportal „20minutos“.

Touristen wollen nicht mehr in Lagune baden
Auch der Tourismus habe bereits erheblichen Schaden genommen, weil Urlauber wegen der vielen Algen und des Schlamms nicht mehr in der Lagune baden wollten. Bürger sprechen von einer „Schande“ und warnen: „Das Mar Menor ist ein Paradies, ein Schmuckstück für das ganze Land, nicht nur für die Provinz Murcia. Und es liegt im Sterben.“

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