19.10.2019 21:17 |

Nerven liegen blank

Britische Abgeordnete benötigen nun Polizeischutz

Nur kurz brandete Jubel unter den Teilnehmern des Anti-Brexit-Marsches, als bekannt wurde, dass die Brexit-Entscheidung im Londoner Parlament vertagt worden war. Die Wut ist aber natürlich noch nicht verflogen. Wie blank zum Teil die Nerven liegen, beweist die Tatsache, dass nach der Sondersitzung des Unterhauses zahlreiche Abgeordnete nur unter Polizeischutz ihre Heimreise antreten konnten. Ein Demonstrant wollte sogar das Parlament stürmen.

Gegner des EU-Austritts riefen Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom am Samstag wütend zu: „Schäm‘ dich!“ Leadsom setzte sich im Kurznachrichtendienst Twitter zur Wehr: „Warum denken die sogenannten “People‘s Vote„-Demonstranten, dass es in Ordnung ist, jemanden, mit dem sie nicht übereinstimmen, zu beschimpfen, einzuschüchtern und ins Gesicht zu schreien?“

Auch der Staatsminister und No-Deal-Brexit-Beauftragte Michael Gove sowie der Vorsitzende des Unterhauses, der erzkonservative Jacob Rees-Mogg, wurden von Scotland Yard beschützt. Brexit-Anhänger beschimpften hingegen außerhalb des Parlaments Diane Abbott von der oppositionellen Labour-Partei.

Verdächtiger wollte mit Kameratasche Parlament stürmen
Während der Sondersitzung hatte ein 29-jähriger Mann versucht, das Parlament zu stürmen. Die laut Augenzeugenberichten „sich merkwürdig verhaltende“ Person wurde von mehreren Polizisten zu Boden gedrückt und zurückgehalten. Der Verdächtige hatte eine Kameratasche bei sich. Was er vorhatte, ist unklar.

Klimaaktivist als Boris Johnson verkleidet
Bereits am Vortag musste die Polizei anrücken: Ein als Premier Boris Johnson verkleideter Klimaaktivist war den Glockenturm des Parlamentsgebäude hinaufgeklettert (siehe Video unten). Der berühmte Big Ben wird derzeit saniert und ist eingerüstet. Der Aktivist der Umweltschutzgruppe „Extinction Rebellion“ enthüllte Banner und wollte auf das mangelnde Handeln Londons gegen die Klima- und Umweltkrise aufmerksam machen.

Am Montag und am Dienstag könnte erneut eine massive Polizeipräsenz notwendig sein. Denn aller Voraussicht nach wird Premier Johnson das Gesetz zur Ratifizierung des Abkommens einbringen. Denkbar ist also nach wie vor, dass dieses Gesetz entscheidende parlamentarische Hürden nimmt und Johnson den Deal doch noch durchbekommt und das Königreich am 31. Oktober geregelt die Europäische Union verlassen kann.

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