19.10.2019 17:08 |

Polizist als Retter

„Frau sprang vor unseren Augen aus dem Fenster“

Eine Frau stürzt aus einem Fenster, sie wird im letzten Moment vom Helden gepackt und vor dem Fall in die Tiefe gerettet - eine Szene, wie sie wohl jeder schon oft im Fernsehen gesehen hat. Für zwei weststeirische Polizisten wurde sie in Köflach zur Realität. Die „Krone“ sprach mit einem der beiden, der schon vor fünf Jahren eine ähnliche Rettungstat vollbrachte.

„Gut geschlafen hab’ ich nicht!“ Revierinspektor Stefan Zapfl war am Samstag noch angespannt. Die Bilder von der Lebensrettung am Tag zuvor spukten noch in seinem Kopf herum.

Eine 56-jährige Frau wollte sich aus dem Fenster ihres Hauses stürzen. „Wir wurden von ihrem Sohn darüber informiert, dass sie sich das Leben nehmen will. Mein Partner und ich sind dann gleich zu dem Haus gefahren.“ Da befand sich die Frau noch vor dem Gebäude, allerdings sah sie nach dem Eintreffen des Streifenwagens bald Rot.

„Als wir angekommen waren, haben wir sie kurz in ein Gespräch verwickeln können, haben zum Beispiel vom Urlaub erzählt und dass wir deshalb so braun sind. Aber sie ist dann recht schnell ins Haus gelaufen“, so Zapfl.

„Sie ist vor unseren Augen gesprungen“
Nachdem sich die 56-Jährige eingesperrt hatte, waren die Beamten auf die Hilfe des Sohnes und dessen Ersatzschlüssel angewiesen. Bei einer Tür im Obergeschoß kamen sie aber nicht weiter. „Wir wussten, dass sich die Frau in diesem Raum befand und haben die Türe aufgetreten. Sie ist vor unseren Augen gesprungen“, erzählt Zapfl.

Geistesgegenwärtig liefen er und sein 49-jähriger Kollege zu dem Fenster und bekamen die Frau gerade noch an den Armen zu fassen. Mit der Hilfe zweier Rettungssanitäter zogen die Polizisten die Steirerin, die sich wehrte und später in ein Spital nach Graz gebracht wurde, zurück ins Haus. Zapfls Kollege wurde bei dem Einsatz am Fuß und im Gesicht verletzt.

Bereits 2014 Lebensretter
Für Zarfl war das nicht die erste Lebensrettung: Vor fast genau fünf Jahren, im Oktober 2014, zog er gemeinsam mit einem anderen Kollegen einen Mann aus einem Bachbett. Der 57-Jährige war damals auf dem Heimweg in Ligist von einem Steg in das Wasser gestürzt und lag zehn Stunden im eiskalten Wasser, ehe die Beamten ihn fanden.

Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unterwww.suizid-praevention.gv.atfinden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.

Alexander Petritsch
Alexander Petritsch
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