Ein 39-jähriger Burgenländer trat einer Whats’App-Gruppe bei, bekam Kinderpornos serviert und fand sich vor Gericht wieder. Es war ihm peinlich.
Ob man denn nicht die Öffentlichkeit ausschließen könnte, fragte der 39-Jährige vor Beginn des Prozesses am Landesgericht Eisenstadt vorsichtig. Von Richterin Doris Halper-Praunias kam ein deutliches Nein, schließlich ginge es hier nicht darum, einen Täter zu schützen. Der Mann nickte, schüchtern, die Gesamtsituation war ihm mehr als peinlich.
Kinderpornos soll er heruntergeladen haben auf sein Handy, 1200 Stück, dazu ein paar Videos. auf denen Minderjährige malträtiert werden.
Vergebliche Lösch-Versuche
„Ich habe mir das nie angeschaut“, sagt der Burgenländer, der mehr als vier Jahre lang einschlägige Nachrichten auf sein Handy bekommen hat. „Ich habe immer versucht, das gleich zu löschen.“
In What’s-App-Gruppen sei er beigetreten, für Erwachsene, wie er sagt. „Klar waren da Pornos dabei. Das wollte ich ja. Aber dann war immer mehr mit Kindern dabei ... das hat mich eigentlich gar nicht interessiert. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil das waren schon teilweise sehr junge.“
Und weiter geht‘s
Weil die Polizei prinzipiell nie schläft, wurde sie auf seine Telefonnummer aufmerksam. Weitere sind im Visier der Fahnder, in der kommenden Woche stehen in Eisenstadt drei weitere Prozesse in solchen Causen an.
Ob er sich denn vorstellen kann, dass er tatsächlich hinter Kindern her ist, wollte Frau Rat wissen. „Keinesfalls. Ich habe diesbezüglich kein sexuelles Interesse im realen Leben.“
Weiters sagt der Burgenländer, dass er Scheiße gebaut habe. „Seit der ersten Einnahme bei der Polizei habe ich das ja nicht mehr gemacht. Ich brauche das alles ja gar nicht!“
Ohne Rechtsvertretung war der Lagerarbeiter vor Gericht erschienen. Das Urteil nahm er nickend zur Kenntnis. Vier Monate Haft bedingt auf drei Jahre und 2400 Euro Geldstrafe. Abschließend bedankte sich der Mann höflich, dass wir seinen Namen nicht nennen.
Tun wir nie!
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