Mit dem Abgang von Stardesigner Adrian Newey ist im Transfertheater der Formel 1 der nächste Dominostein gefallen. Das neue Ziel heißt Maranello.
„Seit fast zwei Jahrzehnten ist es für mich eine große Ehre, eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Red Bull Racing vom aufstrebenden Newcomer zum mehrfach titelgewinnenden Team gespielt zu haben. Ich glaube jedoch, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, diesen Staffelstab an andere zu übergeben und mich auf die Suche nach neuen Herausforderungen zu machen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich der 65-jährige Stardesigner Adrian Newey offiziell vom derzeitigen Branchenprimus.
Newey wird in dieser Saison noch bei einigen ausgewählten Rennen im Red-Bull-Outfit an der Strecke erscheinen, sagt auch klipp und klar: „Im Moment stehen die letzten Phasen der Entwicklung des RB17-Boliden vor uns, daher werde ich mich für den Rest meiner Zeit im Team darauf konzentrieren.“ Als Auslöser für Neweys Schritt gilt der jüngste Chat-Skandal rund um Teamchef Christian Horner, dem von einer früheren Red-Bull-Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten vorgeworfen worden war.
Anwälte sind am Zug
Wann und wo der „Superguru“ seine nächsten Geistesblitze auf dem Reißbrett festhalten wird, ist derzeit noch offen. Denn Newey hat bei den „Bullen“ noch einen Vertrag bis Ende 2025, in dem auch eine sogenannte „Non compete“-Klausel enthalten ist. Das bedeutet, dass Newey, der an der University of Southampton zum Luftfahrt-Ingenieur ausgebildet wurde, nach seinem Abgang bei Red Bull Racing für ein Jahr bei keinem anderen Formel-1-Team arbeiten darf. Doch das soll in Neweys Fall nicht so lange dauern, wurden englische Anwälte bereits beauftragt, eine Auflösung des Vertrages auszuverhandeln.
Sollte das gelingen, wäre wohl der Weg nach Maranello zur Scuderia Ferrari frei. Newey, dessen Fahrzeuge bereits 13 Fahrer- und zwölf Konstrukteurs-Weltmeistertitel gehamstert haben, hatte mehrfach betont, dass er noch einmal gerne mit Lewis Hamilton, der ja ab kommender Saison bei den „Roten“ unter Vertrag steht, zusammenarbeiten würde.
Newey wird aber auch von Mercedes (Hamilton machte im Vorfeld des Grand Prix von Miami die Straßen von New York unsicher) umworben, genauso wie Max Verstappen – womit das Beben bei Red Bull Racing ungeahnte Dimensionen erreichen könnte …
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