16.07.2004 13:29 |

Konzert-Highlight

Seal und Xavier Naidoo in Wiesen

Da hat einfach alles zusammengepasst: Wiesen hat sich zu einer der absolut angesagtesten Locations des Landes gemausert. Sound, Atmosphäre und das ganze Drumherum sind einfach ein Wahnsinn – und dann solche Acts gleich zu Beginn des Jazzfestes: Zucchero, Seal und die Söhne Mannheims!
Na gut, Zucchero habe ich leider verpasst, machtaber nichts, ich halte ihn ohnehin für überbewertet.Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
 
Dafür hat der Konzertnachmittag für michmit den "Söhnen Mannheims" bzw. Xavier Naidoos Aposteln wunderbarangefangen: 14 Männer, die unterschiedlicher kaum sein könntenauf der Bühne, denen man bei jedem Schritt, bei jeder Bewegung,bei jedem Ton angemerkt hat, die spielen wirklich gern fürihre Fans in Wiesen. Kein Wunder, dass kaum ein Künstlerso oft in Österreich auftritt wie Xavier. "Ihr könntdavon ausgehen, dass es für uns saugeil ist, hier zu spielen",sagt der afro-indische Deutsche, und man nimmt es ihm ab.
 
So laut und voll es teilweise rüberkommt, wennso viele Musiker am Werk sind, so stark ist der Draht zwischenden "Söhnen" (vor allem dem Ober-Sohn) und dem Publikum.Zugegeben, ohne Xavier wären die Söhne nicht halb soerfolgreich, aber was macht das schon?
 
Ja, und dann Seal!
Von den Söhnen zu Seal war es dann doch einekräftige Umstellung, die sich darin geäußert hat,dass der Lärmpegel auf Zuschauerseite deutlich geringer war.So lebhaft und lebendig, wie die deutschen 14 waren, so nüchtern,steril, glatt und perfekt (abgesehen von seinen Narben im Gesicht)präsentierte sich Sealhenry Samuel mit seiner 70er-Jahre-Combo.Seals Kontakt zum Publikum beschränkte sich auf ein "Herzlichwillkommen" und ein "Hallo". Emotionen scheint er sich fürseine Flamme Heidi Klum aufzuheben.
 
Musikalisch gesehen war Seals Darbietung vom Feinsten:Mit Mega-Stimme, voll Power und Gefühl, brachte der Briteein Best of seines musikalischen Schaffens, einen Querschnittaus seinen bisher vier Alben. Mit seiner Musik hat er es danndoch geschafft, total mitzureißen. Die Rücken der Massenwaren von Gänsehaut geschüttelt. Bei den Zugaben hattees dann auch Seal selbst gepackt, und der bis dahin inkarnierteEisblock taute auf. Gut, dass er ein komplettes Set spielte, weitüber eineinhalb Stunden (im Gegensatz zu den anderen Actsdes Tages), sonst hätte das Publikum nicht erlebt, wie Sealseine eigene Zurückhaltung durchbricht.
 
Vielleicht lag es auch daran, dass Seals Emotionenein bisschen zu schäumen begannen, weil er wusste: Gleichdarf er seine Heidi in die Arme schließen - die wartetesehnsüchtig hinter der Bühne...

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