27.05.2010 17:35 |

Massive Schäden

So heftig wüteten die Unwetter in Ostösterreich

Nach den Unwettern am Mittwoch in Ostösterreich, die zwei Menschen das Leben gekostet haben, sind jetzt auch die immensen Sachschäden sichtbar geworden, die Regen, Hagel und Sturm angerichtet haben. Autos wurden von den Fluten mitgerissen, Brückenfundamente unterspült und Keller überflutet. Am Donnerstag standen zahlreiche Feuerwehren und Mitarbeiter der Straßendienste bei Aufräumarbeiten im Einsatz. Für Gesprächsstoff sorgt auch ein Tornado (siehe Infobox), der über Tulln in Niederösterreich von einem Augenzeugen gefilmt wurde.

In Niederösterreichs waren von den Unwettern am Mittwoch vor allem Gemeinden in der Buckligen Welt betroffen. Die Höhe der Schäden war vorerst nicht bekannt. Zahlreiche Feuerwehren standen am Donnerstag weiterhin im Aufräumeinsatz. In der Region waren am Mittwoch zwei Menschen gestorben.

Eine 53-jährige Frau stürzte in Stickelberg (Gemeinde Hollenthon) in den Schlattenbach, weil sie vermutlich Gegenstände vor dem Hochwasser retten wollte. Sie wurde laut Polizei mitgerissen und erst nach etwa 45-minütiger Suche durch die Feuerwehr rund 800 Meter von der Unglücksstelle entfernt geborgen. In Kirchschlag starb ein Pensionist. Der 69-Jährige erlag nach Polizeiangaben vermutlich infolge der Aufregung um das Hochwasser im Zöbernbach und der damit drohenden Überflutung seines Hauses einem Herzinfarkt.

Ortsteil im Burgenland stand kurz vor Evakuierung
In dem Ortsteil der mittelburgenländischen Gemeinde Draßmarkt waren Einsatzkräfte dabei, den Überlauf des Dammes mit Flussbausteinen wieder funktionstüchtig zu machen. Am Mittwoch war das Rückhaltebecken vorübergehend mit etwa 400.000 Kubikmetern Wasser gefüllt, eine Evakuierung des Ortsteils war im Raum gestanden.

Aus dem benachbarten Niederösterreich hatte es im Bereich der Rabnitz und aus dem Raum Zöbern nämlich starke Zuflüsse gegeben, mitgerissene Baumstämme blockierten die Schleuse. In der vom bis zu 40-minütigen Dauer-Hagelschlag schwer getroffenen Region standen am Mittwoch 26 Feuerwehren mit 400 Mann im Einsatz, sagte der Wiener Neustädter Bezirkskommandant Franz Wöhrer. Am Donnerstag waren nach wie vor etwa 200 Helfer aufgeboten.

Sturzbäche rissen sogar Brücken mit
Der Bürgermeister von Kirchschlag i.d. Buckligen Welt, Franz Pichler-Holzer, sprach von etwa 50 Häusern, die vom Hagel betroffen waren. Für die beschädigten Dächer der Objekte, insbesondere in der Katastralgemeinde Aigen, war man seitens der Gemeinde dabei, Planen zu organisieren. In etwa 200 Häusern sei es zu Überflutungen gekommen. Brücken seien weggerissen worden, der Sportplatz sei komplett zerstört. Überflutungen gab es auch in der Musikschule, im Feuerwehrhaus und in der Dienststelle des Roten Kreuzes.

Josef Birnbauer, Bürgermeister von Hollenthon, berichtete von jeweils vier Wohnhäusern in den Ortsteilen Blumau und Grohdorf, die von der Umwelt abgeschnitten waren, da das Unwetter Straßen und Brücken weggerissen hatte. Selbst die Errichtung von Provisorien werde wohl zumindest einige Tage in Anspruch nehmen, mutmaßte Pichler-Holzer. In der Gemeinde gebe es außerdem Vermurungen und Hunderte entwurzelte Bäume. 20 bis 30 Häuser seien von Wasserschäden betroffen, einige weitere auch vom Hagel.

Blitz verletzt Steirer bei Gartenarbeit
Etwa 100 Einsätze haben die Feuerwehren im Bezirk Amstetten nach Unwettern gezählt, die am späten Mittwochabend über das westliche Niederösterreich hereingebrochen waren. Aufräumarbeiten waren am Donnerstag weiterhin im Gang. Sie sollten bis in die Abendstunden andauern. Einige Unwetterschäden gab es auch im benachbarten Bezirk Scheibbs.

Ein Blitz, der in sein Haus einschlug, hat am Mittwoch einem im Garten arbeitenden 47-jährigen Steirer in St. Radegund bei Graz einen Stromschlag versetzt. Der Mann wurde verletzt zur Beobachtung ins Spital gebracht, befand sich am Donnerstag aber bereits auf dem Weg der Besserung.

Tornado zog "Spur der Verwüstung"
Eine "Spur der Verwüstung" hat laut Feuerwehrsprecher Resperger eine "deutlich sichtbare Windhose" bzw. ein kleiner Tornado in Teilen Niederösterreichs gezogen. Häuser seien abgedeckt, Bäume entwurzelt, Strommasten geknickt und Autos zerstört worden. Die Feuerwehren hätten etwa 70 Einsätze in der Gemeinde gezählt. Der Wirbelsturm wurde von einem Augenzeugen nahe Tulln gefilmt (siehe Video in der Infobox). Laut ZAMG sind Tornados in Österreicher gar nicht so selten: Zwischen 1951 und 2003 sind immerhin 88 solcher Wirbelstürme registriert worden.

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