01.10.2019 17:37 |

Unglaublich

Landwirt ließ 21 Kühe sterben: nur Diversion

Erstaunlich, welche Bandbreite der Tatbestand der Tierquälerei vor Gericht zulässt: In der Vorwoche fasste ein junger Bauer sieben Monate bedingt plus Geldstrafe für sieben tote Kälber aus; für einen Landwirt, der 21 Kühe qualvoll sterben hatte lassen, gab’s nur eine Diversion.

Der Fall hatte - die „Krone“ berichtete - für großes Aufsehen gesorgt: In einem Stall bei Feldkirchen waren 21 tote Kühe gefunden worden. Nachbarn beteuerten, sie hätten gemerkt, wenn die Tiere vor Hunger oder Durst geschrien hätten, also bestand zunächst Seuchenverdacht. Tatsächlich ergaben die Untersuchungen dann doch, dass die Rinder verdurstet waren. Der 41-jährige Besitzer hatte genug damit zu tun, sich um seinen eigenen Durst zu kümmern. Er war, das bestätigt ein Gutachter, schwer alkoholkrank und hatte offenbar keine Energie mehr, sich mit seinen Tieren zu beschäftigen. Die Sucht und sein Geständnis haben dem Landwirt - gegen den zumindest ein Tierhalteverbot besteht - zu einer Diversion verholfen: 200 Tagsätze zu je fünf Euro muss er laut Richterin Ute Lambauer zahlen, dazu noch die Verfahrenskosten, dann ist das Tierdrama für ihn erledigt. Die Staatsanwaltschaft könnte die Entscheidung aber anfechten.

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Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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