28.09.2019 12:51 |

Biograf warnt:

Die FPÖ „passt nicht zum Menschen Sebastian Kurz“

„Wer mit der FPÖ koaliert, sitzt am Ende mit rechtsextremen Spinnern, Putin-Freunden und Ausländerfeinden am Tisch. Es passt nicht zum Menschen Sebastian Kurz.“ Diese deutlichen Worte fand jener Mann, der viel Zeit mit dem ÖVP-Spitzenkandidaten verbracht hat: Der deutsche Autor Paul Ronzheimer hatte eine Biografie über den Altkanzler verfasst und ist sich sicher: „Eine erneute Koalition mit der FPÖ wäre zum Schaden Österreichs.“

Ronzheimer geht davon aus, dass Kurz die Nationalratswahl am Sonntag gewinnen wird. Dass der ÖVP-Politiker trotz der Ibiza-Affäre aber ein erneutes Bündnis mit der FPÖ nicht ausschließen möchte, hält der Autor für gefährlich, wie er am Samstag in der „Bild“ schreibt: „Zum zweiten Mal darf er diesen Riesen-Fehler nicht machen!“

„Neuauflage würde Sturm der Entrüstung auslösen“
So habe die Ibiza-Affäre gezeigt, dass Heinz-Christian Strache bereit war, „Österreich für den eigenen Vorteil zu verkaufen.“ Neben Strache und Ibiza würde es aber noch weitere Gründe geben, die FPÖ nicht mehr für eine Koalition in Erwägung zu ziehen. So habe die Partei für zahlreiche Nazi-Skandale gesorgt. Das internationale Ansehen Österreichs sei durch die FPÖ geschädigt worden. Ronzheimer warnt: „Eine Neuauflage NACH ‚Ibiza-Gate‘ würde einen Sturm der Entrüstung auslösen. Und große Sorgen!“

Persönliches Risiko
Außerdem gibt der Autor zu bedenken, dass eine erneute schwarz-blaue Koalition auch Kurz persönlich schaden könnte. So müssten all die vergangenen Skandale erst aufgearbeitet werden - dies könnte dazu führen, dass die Koalition schnell wieder auseinanderfällt.

Doch warum will Kurz trotz all dieser Risiken eventuell trotzdem mit der FPÖ koalieren? Auch darauf hat der Biograf eine Antwort: „Weil Kurz nicht weiß, ob ein Bündnis mit den Grünen und Liberalen funktionieren wird. Und weil er mit der SPÖ-Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner nur schwer eine Basis fände.“

„Diesen Satz sollte Kurz nicht wiederholen“
Wie sich Kurz nach einer tatsächlich gewonnenen Wahl am Sonntag entscheiden wird, bleibt also noch offen. Im Herbst 2017 hatte der ÖVP-Politiker im Gespräch mit Ronzheimer über die FPÖ gesagt: „Die Menschen wollten diesen Wechsel und diese Koalition.“ „Diesen Satz sollte Kurz nach der Wahl morgen nicht wiederholen“, meint der Autor.

Vilimsky: „Gipfel der Einmischung“
FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hat bereits auf die jüngsten Meldungen aus Deutschland reagiert. Für ihn stellen die Ansichten des Kurz-Biografen den „Gipfel der Einmischung“ aus dem Ausland dar.

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