19.09.2019 08:55 |

„War unvorhersehbar“

Atomkatastrophe: Freispruch für Tepco-Manager

Achteinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima sind drei frühere Topmanager des verantwortlichen Kraftwerkbetreibers Tepco in einem Strafprozess freigesprochen worden. Das Bezirksgericht in Tokio befand die frühere Führungsriege am Donnerstag für nicht schuldig.

Den 79, 73 und 69 Jahre alten Männern war von betroffenen Bürgern vorgeworfen worden, vorhandene Informationen über einen möglichen starken Tsunami ignoriert und notwendige Sicherheitsmaßnahmen unterlassen zu haben. Dies habe zum Tod von 44 Menschen bei der notwendigen Evakuierung geführt, unter ihnen Patienten eines Krankenhauses. Die Staatsanwälte hatten Haftstrafen gefordert.

Berufliche Fahrlässigkeit mit Todesfolge
Im Kraftwerk Fukushima im Nordosten des Inselreiches war es am 11. März 2011 infolge eines gewaltigen Tsunamis zum Super-Gau gekommen. Die drei Ex-Manager waren 2016 wegen beruflicher Fahrlässigkeit mit Todesfolge angeklagt worden. Die Angeklagten hatten jedoch auf unschuldig plädiert. Der Tsunami sei unvorhersehbar gewesen. Zudem wäre es ohnehin zu einer Katastrophe gekommen, selbst wenn Schutzmaßnahmen ergriffen worden wären.

Der Atombetreiber Tepco war bereits im Jahr 2008 darüber informiert gewesen, dass ein Tsunami von rund 16 Metern Höhe das Atomkraftwerk heimsuchen könnte. Der Konzernführung sei es jedoch wichtiger gewesen, ein Herunterfahren des Meilers zu vermeiden, statt das Problem anzugehen, argumentierten die vom Gericht als Staatsanwälte ernannten Juristen der Klägerseite.

Schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl
Als Folge der Kernschmelzen in drei Fukushima-Reaktoren mussten rund 160.000 Anrainer fliehen. Tausende können noch immer nicht zurück. Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit jener von Tschernobyl 1986.

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