16.09.2019 13:00 |

Viele Ungereimtheiten

Gasexplosion: Die Mütter der Toten klagen an

Eine Gasexplosion riss Ende Juni ein Loch in das Leben der Bewohner eines Gemeindebaus in Wien-Wieden. Laut Ermittlern sprengte sich - wie berichtet - ein 22-jähriger Koch in die Luft und riss seine Nachbarin mit in den Tod. Doch jetzt klagen die Mütter der beiden Todesopfer im „Krone“-Interview an - ein mysteriöser Krimi ...

„Ich will, dass die Wahrheit auf den Tisch kommt“, erklärt Martha Sch. in ihrer Wohnung in Wien-Floridsdorf und kämpft mit den Tränen. Neben ihr ist die Mutter jener jungen Frau, die bei der Detonation ebenso ihr Leben verlor. Martha Sch. ist davon überzeugt, dass man die Gasexplosion ihrem Sohn – laut Polizei sägte er die Gasleitung an – in die Schuhe schieben will.

Schließlich gab es gleich zu Beginn die Gerüchte des Suizids, obwohl man nicht einmal wusste, ob sich Daniel überhaupt am Unglücksort befand. Außerdem lebte Daniels Onkel in dem Bau. Und warum wurde nichts gegen den Gasgeruch unternommen, der am selben Tag festgestellt wurde?

„Viele alte Thermen, die nicht gewartet wurden“
„In dem Haus gab es so viele alte Gasthermen, die nicht gewartet wurden“, so die 52-jährige Friseurin. „Daniel hat seinen Job als Koch in der Stadt selbst gekündigt und große Pläne für seine Zukunft geschmiedet.“ Sie habe ihm beim Einrichten geholfen. Dabei wurden eine neue Therme und ein Herd, der sich selbst abstellt, gekauft. Der Vater des Burschen wollte die zerstörte Gastherme sehen, doch man habe nur auf das abgesägte Rohr verwiesen.

„Keine Hinweise auf Suizid“
Auch Daniels beste Freundin Lola R. glaubt nicht an Selbstmord. „Wir waren sieben Minuten vor dem Unglück noch per SMS in Kontakt. Es gab keine Hinweise auf einen Suizid. Daniel hatte große Pläne, wollte mit mir Englisch lernen, da ich Engländerin bin, und hat immer auf gesunde Ernährung geachtet“, sagt sie.

Mysteriöse Suche nach zweitem Opfer
Ebenso mysteriös klingt die Suche nach der 29-jährigen Ana B. Mutter Snezana S. zeigt ein Handyfoto. Es soll von den Einsatzkräften stammen. „Der Mann sagte: ,Ich habe diese Frau als zweites Opfer gefunden. Sie muss auf dem Weg in ein Spital sein.‘“ Das war nach 18 Uhr. Die Familie startete eine Odyssee durch Wiens Spitäler, doch keine Spur von der zweifachen Mama.

Erst viel später erfuhr sie, dass ihre Tochter angeblich um 2.20 Uhr – also mehr als acht Stunden später – tot in den Trümmern des Explosions-Hauses aufgefunden wurde. Und sie solle das Foto einfach vergessen.

Martina Münzer und Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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