Österreichs zehnfacher Grand-Prix-Sieger Gerhard Berger spricht im „Krone“-Interview über das Gefühl, in Monza für Ferrari zu gewinnen. Für den Tiroler ist Charles Leclerc „etwas Besonderes“, der bald den WM-Kurs einschlagen wird.
„Krone“:Nach neun Jahren ohne Heimsieg erlöste nun Charles Leclerc Ferrari mit einem Sieg in Monza, genau wie 1988 ein gewisser Gerhard Berger.
Gerhard Berger: Ja, aber das hat noch eine Ähnlichkeit. Damals war bei Ferrari Michele Alboreto als Vize-Weltmeister und Italiener die Nummer eins. Für ihn war mein Sieg in Monza so gesehen die Höchststrafe.
Kann man als Ferrari-Pilot noch normal auf die Straße gehen, wenn man so einen Erfolg gefeiert hat?
Das wird noch einmal ärger für ihn, Leclerc wird in Italien zum Nationalhelden. Das wird eine neue Erfahrung. Aber es wird ihn nicht aus der Konzentration bringen, sondern stärken.
Kann er mit seinem Talent auch Ferraris Schwächen überdecken?
Wenn Hamilton vorbeigegangen wäre, hätte er es schon schwer gehabt. Er hat zwar ein, zwei Fehler gemacht, aber es war erstaunlich, wie Charles mit dem Druck umgegangen ist.
Hat er das Zeug zum großen Champion?
Die Lobeshymnen gebühren ihm zurecht, der Bursche ist etwas Besonderes und wird bald auch auf Kurs WM-Titel gehen.
Und Sebastian Vettel?
Der braucht jetzt einmal Aspirin, nach dem Rennen in Monza hat er sicher Kopfweh. Aber die Asien-Rennen liegen ihm, und wenn er zweimal gewinnt, dreht sich in Italien die Stimmung auch sehr schnell wieder.
Zur Not hast du als DTM-Chef einen Platz für ihn.
(lacht) Beide wollen natürlich in der DTM fahren, Vettel und Leclerc.
Stefan Burgstaller, Kronen Zeitung
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.