06.09.2019 06:00 |

„Lebenswerteste Stadt“

Teherans Bürgermeister will von Wien lernen

Im Kampf gegen die Würgesanktionen der USA im Streit um das Atomabkommen kündigte Irans Präsident Hassan Rouhani an, dass sein Land neuerlich Teile des Vertrages außer Kraft setzen werde. Die Europäer müssten ihre Verpflichtungen einhalten und die Ölindustrie und den Bankensektor des Iran schützen. Die Rede ist von einem 15-Milliarden-Euro-Kredit für Teheran.

Österreich ist wie die EU, China und Russland an einem Erhalt des Wiener Atomdeals und an guten Beziehungen zum Iran interessiert. Das zeigt sich auch daran, dass der Bürgermeister von Teheran Pirouz Hanachi von Wiens Stadtchef Michael Ludwig eingeladen worden ist. „Wien ist wieder zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt worden“, sagt Hanachi im Gespräch mit der „Krone“, „da können wir viel lernen.“ Wobei die iranische Hauptstadt mehr Einwohner hat als ganz Österreich.

U-Bahn-Garnituren können nicht geliefert werden
Trotzdem fährt der Bürgermeister regelmäßig mit dem Rad in die Arbeit, um ein gutes Beispiel zu geben. Der Kampf gegen die Luftverschmutzung und Dauerstaus sowie der damit zusammenhängende Ausbau des U-Bahn-Netzes sind denn auch wichtige Themen bei dem Wien-Besuch. Aber natürlich sind die US-Sanktionen auch beim Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes sehr hinderlich. So können kaum mehr U-Bahn-Garnituren aus dem Ausland geliefert werden. „Das Positive daran ist, dass wir begonnen haben, die einzelnen Komponenten selbst zu entwickeln und zu produzieren“, sagt Pirouz Hanachi.

Sanktionen dämpfen Tourismus
Aber das Beispiel zeige sehr gut, wie die USA mit ihren Sanktionen einen Staat bestrafen wollen, damit in Wahrheit aber die einzelnen Menschen treffen, die im Iran leben, erklärt der Bürgermeister. Das treffe auch auf den Tourismussektor zu, der sich nach dem Abschluss des Wiener Atomabkommens sehr gut entwickelt hätte, durch die Sanktionen aber einen großen Dämpfer erlitten habe. Auch das trifft einzelne Menschen, werden doch Arbeitsplätze vernichtet.

Auf die Frage, was er US-Präsident Trump ausrichten wolle, betont Pirouz Hanachi, dass Österreich und der Iran alte Kulturnationen seien. Dann spottet er: „Und ob jemand höflich und gewissenhaft handelt, ist viel wichtiger als seine Macht und sein Geld.“

Kronen Zeitung

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