30.08.2019 17:09 |

Denkzettel verpasst

Überfall im Eigenheim: Jugendbande verurteilt

Nach einem Überfall auf einen 48 Jahre alten Mann im Wiener Bezirk Floridsdorf Mitte Mai - das Opfer wurde zu Boden geschlagen, mit einer Gaspistole bedroht, danach Schmuck und Geld erbeutet - ist am Freitag eine fünfköpfige Jugendbande vor Gericht gestanden. Drei der Angeklagten, zwei Burschen und ein Mädchen, wurden zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt, die beiden weiteren Komplizinnen kamen mit Bewährungsstrafen davon. Das Opfer selbst jedoch erlebte die Schuldsprüche nicht mehr - der 48-Jährige ist mittlerweile verstorben.

Anstifterin zum Überfall war eine 17-Jährige, die sich regelmäßig mit dem 48-Jährigen getroffen hatte, die Stieftochter des Mannes war ihre beste Freundin. Mit dem Handel von Suchtgift dürfte das spätere Opfer seinen Lebensunterhalt verdient haben, lud auch immer wieder Jugendliche gern in seine Wohnung ein und versorgte sie mit Drogen und Alkohol.

Überfall genau geplant
Das Geld aus dem Suchtmittelverkauf bunkerte der Mann in einem Tresor in seiner Wohnung. Dies blieb nicht unbemerkt, die Gruppe entschloss sich zum Überfall. Eines Abends besuchte die 17-Jährige gemeinsam mit zwei Freundinnen, 16 und 17 Jahre alt, den 48-Jährigen, an diesem Tag sollte der Coup über die Bühne gehen, offenbar um dem Mann einen Denkzettel zu verpassen. Der Plan war recht ausgeklügelt. Während eine der Mädchen mit dem Hund ihres Opfers Gassi ging, übergab sie den draußen wartenden Burschen den Haustorschlüssel. Eine der anderen Jugendliche gab vor, Pizza zu bestellen. Als es später an der Tür läutete, öffnete der Mann - im guten Glauben, dass der Pizzabote da sei.

Doch vor der Tür warteten die beiden maskierten und bewaffneten Burschen, die sich auf das Opfer stürzten und auf ihn einschlugen. Danach bedrohten sie ihn mit der Gaspistole und forderten die Herausgabe des Tresorschlüssels. Währenddessen hielten sich die drei Mädchen in der Wohnung auf, wie die Ermittlungen ergeben sollten. Mit der Beute - Geld und Schmuck - suchte die Bande das Weite. Die beiden Burschen wurden festgenommen und in U-Haft genommen.

Bande legte Geständnis ab
Vor Gericht zeigten sich alle fünf Teenager geständig.
Die 17-jährige Anstifterin erhielt am Ende eineinhalb Jahre Haft, davon sechs Monate unbedingt. Ihr um ein Jahr älterer Ex-Freund bekam zweieinhalb Jahre, davon zehn Monate unbedingt, sein 20-jähriger Komplize drei Jahre, davon ein Jahr unbedingt. Die zwei untergeordnet beteiligten Mädchen kamen jeweils mit sechs Monaten auf Bewährung davon.

Das Opfer des Überfalls stand der Justiz nicht mehr zur Verfügung. Der Mann ist mittlerweile gestorben, wobei sein Ableben keinen kausalen Zusammenhang mit dem Raub hatte. Dem Vernehmen nach soll jahrelange Suchtmittelabhängigkeit zum Tod geführt haben.

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