In der China-Debatte:

Granitwerk hofft auf „Klimaschutz“ für Regionales

„Treulkies“ hat sich getraut: Trotz Billigkonkurrenz aus China hat das Gunskirchener Schotterunternehmen die insolventen Granitwerke Friepess übernommen und will alle vier Steinbrüche weiterführen. Warum? Weil die Debatte um CO2-Ausstoß und Klimawandel dafür sorgt, dass heimische Materialien, regionale Produkte und klassisches Handwerk wieder Zukunft haben, wie Treul-Geschäftsführer Ing. Jürgen Neuhuber sagt.

„OÖ-Krone“: 580 Meter Leistensteine werden auf der B 38-Landesstraßenbaustelle im Mühlviertel verbaut. Aus China sind die. Die könnten Sie aus einem nahen Friepess-Steinbruch auch liefern?
Jürgen Neuhuber: Sicher, locker, das wäre ungefähr eine Tagesproduktion. Bei den Baufirmen ist es halt so: Die stehen auch in einem harten Wettbewerb und schauen natürlich überall, dass sie das billigste Material bekommen.

„OÖ-Krone“: Also müsste die Politik etwas dagegen machen.
Neuhuber: Die hätte als Auftraggeber bei den Ausschreibungen schon einigen Spielraum, denn es gibt ja mittlerweile das Bestbieterprinzip. Da könnte man festhalten, dass es gewisse Zu- und Abschläge gibt bei österreichischem oder erst recht bei regionalem Material. Da könnte man auch die Transporte entsprechend bewerten.

„OÖ-Krone“: Es ist ja auch schon von Gesetzesänderungen die Rede.
Neuhuber: Das Thema ist dank Ihnen bei den politisch Verantwortlichen angekommen. Eine gesetzliche Anpassung wird aber sicher nicht von heute auf morgen stattfinden. Das Land Oberösterreich könnte inzwischen zum Beispiel bei Eigenbaustellen (Durchführung durch Mitarbeiter der Straßenerhaltung) mit gutem Beispiel vorangehen und einheimisches Material verbauen.

„OÖ-Krone“: Alles sehr zäh. Warum trauen Sie sich in so einer Lage überhaupt zu, die Friepess-Steinbrüche zu erhalten?
Neuhuber: Erstens setzen wir auf hochwertige Produkte. Und zweitens glaube ich, dass über die ganze CO2-Diskussion und Klimawandel-Debatte das heimische Material doch wieder einen gewissen Wert haben wird, und das dazugehörige Handwerk ebenso. Da wird sich in den nächsten drei bis fünf Jahren noch nicht so viel ändern, aber mittelfristig sind wir recht zuversichtlich.

Interview: Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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