22.08.2019 13:52 |

Neue Details

Drogenring gesprengt: Deals auch vom Gefängnis aus

Weitere Details sind nach dem Auffliegen eines Drogenrings mit zahlreichen Festnahmen im Tiroler Unterland bekannt geworden. Einige der Verdächtigen hatten sich bereits aus der Haft gekannt, Drogendeals wurden auch aus dem Gefängnis heraus abgewickelt, hieß es am Donnerstag vonseiten burgenländischer Ermittler. Überdies wurde mit Marihuana gehandelt, das zuvor bei der Konkurrenz gestohlen worden war.

Ein Tipp aus Ungarn hatte die Ermittler auf die Spur des Drogenhandels zwischen Wien und Sopron gebracht, aufgezogen wurde dieser offenbar von einem Wiener, der aus dem Burgenland stammt, und einer Ungarin, die in Wien lebt. Versorgt worden seien die beiden von einem Frühpensionisten im Alter von 56 Jahren, der bereits eine Haftstrafe wegen Drogendelikten verbüßt hatte.

Autos mit GPS-Sendern präpariert
Verkauft worden sei allerdings auch Cannabis, das zuvor anderen Produzenten gestohlen worden war. Eingefädelt wurden die Diebstähle überaus geschickt: „Um sicherzugehen, dass die eigentlichen Betreiber der Plantagen nicht vor Ort waren, hat er (der 56-Jährige, Anm.) die Fahrzeuge derselben mit GPS-Sendern präpariert“, berichtete Paul Schlaffer, Leiter der Suchtmittelgruppe im Landeskriminalamt Burgenland. Aus einer Plantage mit 400 Pflanzen in einem unbewohnten Haus in Mödling seien mehrere Kilo Cannabis gestohlen worden.

Doch auch mit Kokain handelte der 56-jährige Verdächtige. Komplize sei ein 60-jähriger, ehemaliger Häftling gewesen, der teils sogar noch während Verbüßung seiner Strafe vom Gefängnis aus Geschäfte machte. Ebenfalls ins Netz gingen den Ermittlern ein 58 Jahre alter Innsbrucker sowie ein 36-jähriger Albaner - bei Letzterem wurde in dessen Auto ein Kilo Kokain gefunden.

Drogen mit Verkaufswert von mehr als einer Million Euro
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Verdächtigen - insgesamt 24 wurden festgenommen, auch in Deutschland, über sieben wurde die U-Haft verhängt - im Zeitraum von Herbst 2017 bis März 2019 rund 4,8 Kilogramm Kokain in Tirol sowie etwa ein Kilo Kokain im Burgenland verkauft hatten - Straßenverkaufswert: etwa 580.000 Euro. Sicherstellungen von mehreren Kilo Kokain gab es ebenso in Deutschland - mit einem Verkaufswert von ebenfalls etwa einer halben Million Euro.

Die Ermittlungen sind allerdings nach wie vor im Gange, so Schlaffer. Der Fall sei „ein Paradebeispiel“ für polizeiliche Zusammenarbeit auf internationaler und nationaler Ebene, stellte Landespolizeidirektor Werner Fasching fest.

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