Alarm via Lautsprecher

Badeunfall-Zeugen fiel Notrufnummer nicht ein!

Aufregung gibt’s in sozialen Netzwerken, dass beim Badeunfall in Feldkirchen an der Donau in Oberösterreich die Rettungskette nicht funktioniert habe. Obwohl Hunderte Zeugen da waren, wählte niemand den Notruf, während Sebastian M. (44) unterging - die Alarmierung erfolgte über Lautsprecher eines 500 Meter von der Wasserrettung entfernten Lokals.

„Der Zivildiener vom Samariterbund hörte zufällig die Durchsage vom Mostviertel, dass man Hilfe brauche und lief gleich zu uns“, sagt Richard Landl, Ortsstellenleiter der Wasserrettung in Feldkirchen.

Nicht mehr zu finden
Binnen einer Minute waren die Wasserretter – an Wochenenden und Feiertagen sind zwei Helfer vor Ort – mit dem Boot an der Unglücksstelle. „Da war der Mann schon unter Wasser und bei der schlechten Sicht nicht mehr zu erreichen“, sagt Landl. Inzwischen wurde ein zweites Boot – auf jedem See ist eines stationiert – auf den Badesee 4 geholt und der Rettungsheli kreiste überm Wasser, konnte den Körper des Altheimers, der eine Tochter hinterlässt, aber auch nicht orten.

Zeugen schauten zu
Laut Zeugen gab es mehrere Schwimmer auf Luftmatratzen, die im Wasser waren, aber auf die Hilferufe des Ertrinkenden nicht reagiert hätten. Und an Land fiel zuerst niemandem der Notruf ein, man rief zum Lokal, dass jemand Hilfe brauche und hier aktivierte man die Lautsprecher. „Dass der Zivildiener die Durchsage hörte, war aber reiner Zufall“, sagt Landl.

Info-Zettel nun in Gaststätten
Rund um die Seen stehen 19 Säulen, auf denen die Notrufnummern stehen - einen Knopf mit einer direkten Verbindung zu einer Einsatzorganisation gibt es aber nicht. „Dies ist aber in ganz Oberösterreich bei den landeseigenen Badeplätzen so“, heißt es beim Land Oberösterreich. Nach dem tödlichen Unfall verteilen die Wasserretter nun Info-Zettel mit den Notrufnummern in den Gaststätten am See, damit die Alarmierung künftig besser klappt.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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