14.08.2019 20:37 |

In Proben gefunden

Mikroplastik mittlerweile bis in Arktis verteilt

Mikroplastik ist mittlerweile überall. Selbst in entlegenen Gegenden wie der Arktis enthält Schnee inzwischen hohe Konzentrationen davon. Das zeigten Untersuchungen von Forschern des Alfred-Wegener-Instituts im deutschen Bremerhaven, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Feinste Kunststoffteile wurden in Schneeproben aus Bayern, Bremen, von der Nordseeinsel Helgoland, aus den Schweizer Alpen und der Arktis nachgewiesen.

Die Forscher gehen davon aus, dass sie sich durch die Atmosphäre verbreiten und dann mit dem Schnee aus der Luft ausgewaschen werden. Diese Mechanismen sind laut dem Institut noch wenig erforscht. Bekannt sei aber bereits seit Längerem, dass sich Blütenpollen aus mittleren Breitengraden auf demselbem Weg ebenfalls bis in die Arktis verbreiteten. Diese hätten eine ähnliche Größe. Auch Staub aus der Sahara gelange durch die Atmosphäre über rund 3500 Kilometer bis in den Nordostatlantik.

Höchste Menge in Bayern gemessen
Die höchste Mikroplastikmenge maßen die Wissenschaftler an einer Landstraße in Bayern mit 154.000 Partikeln je Liter, in der Arktis waren es bis zu 14.400. Je nach Region waren es unterschiedliche Arten von Kunststoff. An der Landstraße wiesen die Forscher, die ihre Studie nun in der Zeitschrift „Science Advances“ präsentierten, vor allem Kautschuk nach. Aus diesem bestehen etwa Autoreifen.

In der Arktis waren es insbesondere Nitrilkautschuk, Acrylate und Lackteilchen. Nitrilkautschuk wird unter anderem für Schläuche und Dichtungen verwendet, weil er von Kraftstoffen nicht angegriffen wird und größere Temperaturschwankungen aushält. Dort fanden sich die Mikroplastikteilchen etwa auf der Insel Spitzbergen, aber selbst im Schnee auf treibenden Eisschollen.

Schnee dürfte Plastik „effizient“ aus Atmosphäre auswaschen
Die Experten maßen in den Schneeproben darüber hinaus auch wesentlich höhere Mikroplastikkonzentrationen als Kollegen etwa in Staubablagerungen. Sie sehen dafür zwei mögliche Erklärungen. Zum einen könnte dies einfach an ihrer feinen Analysetechnik mittels Infrarotspektroskopie liegen. Zum anderen scheine Schnee das Mikroplastik aber „offensichtlich besonders effizient“ aus der Atmosphäre auszuwaschen, erklärte Forscher Gunnar Gerdts.

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