13.08.2019 08:00 |

Heute vor 60 Jahren

Persönliche Erinnerungen an Hochwasser von 1959

13. August 1959: Heute vor 60 Jahren erlebte Salzburg eine seiner größten Hochwasserkatastrophen. Drei Menschen mussten damals ihr Leben lassen, hunderte Familien verloren ihre Häuser. Salzburgs Altbürgermeister Harald Lettner hat die Jahrhundertflut damals als 14-jähriger Jugendlicher hautnah miterlebt.

Altbürgermeister Harald Lettner erinnert sich gut an den 13. August 1959. „Ich war mit meiner Mutter im Italien-Urlaub, als ihr Vater starb und das Hochwasser kam.“ Lettner war damals 14. Der Jugendliche musste ins überschwemmte Salzburg zurückfahren, um seinen Großvater zu beerdigen.

Die Salzach stieg auf 6,80 Meter an, wie es das historische Amtsblatt der Stadt belegt. Tage zuvor hatte es in Strömen geregnet. Bereits am 12. August liefen die ersten Hochwassermeldungen bei der Feuerwehr ein. Einen Tag später erreichte das Wasser den Höchststand.

„In Aigen und Parsch waren die Überschwemmungen besonders schlimm“, erzählt Lettner. Auch das restliche Salzburg blieb von der Katastrophe nicht verschont. Itzling, die Josefiau sowie weite Teile von Liefering und Lehen waren überflutet. In der ganzen Stadt verloren 500 Familien ihr Zuhause, 100 ihren gesamten Besitz. Drei Menschen ertranken.

Zwei Brücken stürzten damals komplett ein

Die Fluten machten auch vor der damals frisch gebaute Autobahnbrücke keinen Halt. Lettner hat die Szenen noch gut im Kopf. „Wir sind mit dem Rad hingefahren und haben uns das angeschaut.“ Auch die Hellbrunner Brücke stürzte ein. Viele hatten damals gefürchtet, die im Wasser schwimmende Brücke könnte in die Stadt treiben und die restlichen Übergänge mitreißen.

Aktuelle Flut in Rußbach weckt Erinnerungen

Der Altbürgermeister selbst hatte Glück. Sein Elternhaus lag in Kleßheim und war heil geblieben. „Wenn man weiter in die Stadt gefahren ist, hat man ein Tosen und Brausen gehört. Beim Rudolfskai ist überall das Wasser herausgequollen.“ Erst Tage später konnte mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Allein der Aufbau der Autobahnbrücke soll 30 bis 50 Millionen Schilling (2 bis 3 Millionen Euro) gekostet haben. Wenn Lettner zurückdenkt, entdeckt er oft Parallelen mit der aktuellen Zeit. Erst vor kurzem holten ihn seine Erinnerungen durch die Flut in Rußbach wieder ein.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
krone.at-Gewinnspiel
Hammer-Trick! Jungspund Kevin zaubert ganz allein
Video Fußball
Navas vor Abschied
Real-Torwart bittet um Freigabe: Wechsel zu PSG?
Fußball International
krone.at-Sportstudio
LASK-Stichelei gegen Rapid ++ PR-Chefin Wurf-Opfer
Video Show Sport-Studio
Supercomputer sicher
Gigantenduell: Messi ist doch besser als Ronaldo
Fußball International

Newsletter