Judo-EM

Georgier und Italienerinnen holen Team-Gold

Sport
25.04.2010 19:28
Vor den Augen des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin sind am Sonntag bei den Judo-Europameisterschaften in Wien die letzten Medaillen vergeben worden. Gold in den Teambewerben eroberten das italienische Frauenteam sowie die männlichen Kämpfer aus Georgien, Putin nahm an der Medaillenzeremonie für die Frauen teil und überreichte den Pokal. Die EM im Dusika-Stadion ist damit zu Ende, die nächsten Kontinentaltitelkämpfe finden in der Türkei statt.

Italiens Frauen setzten sich im Finale dank Siegen von Rosalba Forciniti, Giulia Quintavalle, Edwige Gwend und Erica Barbieri 4:1 gegen Polen durch, das in Runde eins Österreich aus dem Bewerb geworfen hatte. Bronze holten sich Frankreich und die Ukraine. Georgen wurde mit einem 3:2 über Frankreich Team-Europameister, für die siegbringenden Punkte sorgten Sasa Kedelaschwili, Lewan Ziklauri und Warlan Liparteliani. Platz drei teilten sich Rumänien und Russland. Die ÖJV-Männer hatten in Runde eins gegen Moldawien verloren, das im Viertelfinale ausschied.

Putin erschien pünktlich zum Beginn der Finalsession um 17.00 Uhr, wählte aber eine andere Sicht auf die Dinge als am Vortag. Er nahm mitten unter den ranghöchsten Judo-Funktionären Platz, saß zwischen Sergej Solowejtschik, dem Präsidenten des Europaverbandes (EJU), und Marius L. Vizer, jenem des Weltverbandes (IJF). Damit hatte Putin nicht wie am Vortag mit dem Rücken zum Publikum gesessen, sondern diesem direkt gegenüber. Sehr zur Freude der Fans, der Politiker hob einmal kurz grüßend die Hand und lächelte.

Putin als geduldiger Zuschauer
Nach 50 Minuten verließ der Träger des schwarzen Gürtels und EJU-Ehrenpräsident die Halle genauso unauffällig, wie er sie betreten hatte, kehrte ein paar Minuten später aber wieder zurück und bekam einen Kaffee serviert. Judo-Fan Putin zeigte sich als geduldiger Zuschauer. Schon am Samstag hatte er zweieinhalb Stunden in der Dusika-Halle verbracht. Er hatte sich unter 30 jugendliche Kämpfer aus Russland und Österreich gemischt, die am Sonntag ein gemeinsame Training absolvierten, hielt eine kurze Rede und nahm auch eine Siegerehrung vor.

Sonntag ehrte er wie am Samstag erneut die Damen. Als die erfolgreichen Herrenteams mit Georgien an der Spitze und Russland auf Platz drei ausgezeichnet wurden, hatte Putin bereits wieder Platz genommen. Nach fast drei Stunden und damit am Veranstaltungsende verließ er die Halle.

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