Mi, 19. Dezember 2018

Wahlkampf-Finale

24.04.2010 15:23

Fischer und Rosenkranz im "Gleichschritt"

Zeitgleich und nur wenige Hundert Meter voneinander entfernt haben die Bundespräsidentschafts-Kandidaten von SPÖ und FPÖ am Freitag ihren Wahlkampfabschluss gefeiert. Amtsinhaber Heinz Fischer appellierte an seine Zuhörer in der Hofburg, "das Wahlrecht nicht wegzuschmeißen", Barabara Rosenkranz rief ihren Anhängern auf dem Ballhausplatz ein trotziges "Mich kann man nicht brechen" zu.

"Der Strache-Anspruch, 35 Prozent der Stimmen für seine Kandidatin zu erreichen, ist dahingeschmolzen wie der Schnee im Frühjahr", so Fischer vor 1.000 Unterstützern im Großen Festsaal der Hofburg. "Die Argumente gegen die Kandidatin der FPÖ sind so deutlich, so klar, so schwerwiegend geworden, wie es nur selten bei einer Wahl der Fall ist." Und, so Fischer: "Jede einzelne Stimme, die Sie mir geben, ist ein Bekenntnis, dass die Zeit der Ewiggestrigen vorbei und die Menschenwürde unteilbar ist."

Dank sagte Fischer in seiner rund halbstündigen Rede dagegen ÖVP-Politikern, die sich wie der Tiroler Landeshauptmann Günter Platter zuletzt gegen das Weißwählen ausgesprochen hatten. "Werft euer Wahlrecht nicht weg", appellierte Fischer an seine Zuhörer.

Fischer verteidigt sich gegen Kommunismus-Vorwürfe
Sich selbst verteidigte der langjährige SP-Politiker gegen den Vorwurf, autoritäre kommunistische Regimes unterstützt zu haben. Er habe schon als 18-Jähriger gegen den sowjetischen "Panzerkommunismus" in Ungarn demonstriert: "Jene, die in den letzten Wochen wider besseres Wissen erklärt haben, sie haben nur die Wahl zwischen Mutterkreuz und Leninorden, sollen sich schämen!"

Begleitet wurde Fischer von einem Großteil der roten Regierungsriege von Kanzler Werner Faymann abwärts und von der versammelten Prominenz der Wiener SPÖ. Aktive Politiker anderer Parteien waren nicht dabei. Einzige Ausnahme: der Grüne Ex-Parteichef Alexander Van der Bellen, der die Wahlempfehlung seiner Partei für Fischer mit einem simplen "Weil's logisch ist, oder?" begründete. "Wir sind außerstande zu sehen, was in der Wahl zwischen Fischer und Rosenkranz so schwierig sein soll."

Rosenkranz-Wahlkampfende als Wienwahl-Auftakt
In unmittelbarer Nachbarschaft, am Wiener Ballhausplatz, fand fast parallel die Abschlusskundgebung der freiheitlichen Kandidatin Barbara Rosenkranz statt, die zum insgeheimen Auftakt für den Wien-Wahlkampf von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache umfunktioniert wurde. Bei dessen Rede setzte es etliche Angriffe auf den Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). Die Bundespräsidentschaftswahl bezeichneten beide FPÖ-Politiker als "Richtungswahl". Rosenkranz zeigte sich trotzig: "Mich kann man nicht biegen und schon gar nicht brechen."

Strache, der beim Wahlkampfauftakt seiner Kandidatin aufgrund eines Unglücksfalles in der Familie gefehlt hatte, begann seine Rede vor den rund 700 FPÖ-Anhängern gleich mit Selbsthuldigung. "Für mich ist es ein wundervoller Tag", meinte er, vor fünf Jahren sei er, Strache, zum Parteiobmann der FPÖ gewählt worden. Schließlich ging er doch auf Rosenkranz ein. Durch ihren Antritt bei der Wahl habe man dafür gesorgt, dass es nicht zu "nordkoreanischen Verhältnissen" komme. Man habe den amtierenden Präsidenten Heinz Fischer nicht alleine das Feld überlassen wollen.

"Linke Frauen und Kampfemanzen sollten dankbar sein"
"Eigentlich sollten alle linken Frauen und Kampfemanzen in diesem Land dankbar sein, dass sie jetzt die Möglichkeit haben, eine freiheitliche Kandidatin zu wählen", so Strache. Abermals verteidigte er seine Kandidatin auch in Sachen NS-Verbotsgesetz gegen "Sachen, die sie nicht gesagt hat". Nach wie vor sei Rosenkranz Diffamierungen ausgesetzt, Strache griff abermals verschiedene Medien an. Auch sei es "absoluter Unsinn", dass sich Strache von Rosenkranz im Wahlkampf distanziert habe.

Ein konkretes Wahlziel für den Sonntag wollten bei der Abschlusskundgebung weder die Kandidatin selbst noch der Parteiobmann formulieren. "Ich bin überzeugt, dass wir ein erfolgreiches Ergebnis einfahren werden", blieb Strache eher unkonkret. Unter einer freiheitlichen Bundespräsidentin wäre zumindest alles besser als unter Fischer.

Rosenkranz überreicht Strache Marillenbaum
Rosenkranz, die auf der Bühne von Strache Blumen geschenkt bekam, überreichte ihrem Parteiobmann zum Jubiläum der Obmannschaft gleich zu Beginn einen Marillenbaum. Dieser sei Sinnbild für das große Wachstum der Freiheitlichen Partei, das Strache herbeigeführt habe. "Unser Ziel heißt Wiener Rathaus und Hofburg", konnte auch sie den anstehenden Wahlkampf in der Bundeshauptstadt nicht ganz aus dem Blick lassen. Zugleich schoss sie sich auch auf ihren Gegenkandidaten Fischer ein. Dieser sei ein "feiger Diskussionsverweigerer", sie hingegen "eine Frau aus dem Volk". "Wo wären wir denn in diesem Land ohne Mütter und Hausfrauen?", verteidigte sie sogleich ihr Bekenntnis, welches angeblich für Kritik aus den linken Reihen gesorgt hat. "Für mich ist das ein Ehrentitel."

Sich selbst verteidigte Rosenkranz auch was die ihr vorgeworfene mangelnde Erfahrung auf dem außenpolitischen Parkett betrifft. "Es ist noch niemand als Bundespräsident auf die Welt gekommen, auch Heinz Fischer nicht." Auch das Ausland sehe ihre Kandidatur mit "Gelassenheit, davon bin ich überzeugt". Und weiter: "Ein schlechtes Bild auf Österreich werfen nur die, die immer wieder behaupten, ich wäre der Teufel persönlich und die Welt muss sich vor mit fürchten."

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