Zwei Kälber gerisse

„Wölfe verhalten sich heuer ruhiger als erwartet“

Im Vorjahr war die Aufregung groß, weil im Mühlviertel Schafe und Rinder von Wölfen gerissen wurden und auch in Weyer ein durchziehender Isegrim zugeschlagen hatte. Da an der Grenze zu NÖ ein Rudel mit Jungtieren lebt, erwarteten die Experten heuer viele Risse. Doch bisher gibt’s erst zwei Verdachts-Fälle bei getöteten Kälbern, weiß Gottfried Diwold vom Land OÖ.

OÖ Krone: Im Vorjahr gab’s fast jede Woche eine offizielle Meldung über einen Wolfsriss in Oberösterreich. Heuer noch keine einzige.

Gottfried Diwold: Wir haben zwei Meldungen von gerissenen Kälbern im Mühlviertel an der Grenze zu Niederösterreich. Bei einem läuft gerade noch die DNA-Untersuchung, beim anderen gab’s einen vorläufig negativen Befund. Aber wir haben viele Meldungen von Jägern, die gefressene Rehe gefunden haben.

OÖ Krone: Werden auch hier Gen-Proben genommen?

Gottfried Diwold: Teilweise schon, wenn die Risse noch frisch sind. Es gibt zwar keine finanziellen Entschädigungen für gerissene Wildtiere, aber wir wollen wissen, ob immer der gleiche Wolf aktiv ist.

OÖ Krone: Kann man sich erklären, warum heuer – Gott sei Dank – bisher kaum Nutztiere angegriffen wurden?

Gottfried Diwold: Das Rudel an der Grenze ist weiterhin da, das wissen wir. Es wird sicher der Herdenschutz der Bauern greifen, aber es gibt auch noch eine weitere These. Nämlich, dass die Wölfin, die im Vorjahr Junge hatte, damals weniger Jagdaufwand betrieb und deshalb die leichter verfügbaren Nutztiere angriff. Jetzt sind die Jungen groß und die Wölfin hat ihre Jagdstrategie wieder gewechselt.

OÖ Krone: Gibt’s weitere Wolfssichtungen in Oberösterreich?

Gottfried Diwold: Derzeit nicht, auch keine durchziehenden Tiere. Aber es gibt Hinweise, dass sich beim Moldaustausee in Tschechien bei einem Truppenübungsplatz – also ähnlich wie in Allentsteig in Niederösterreich – ein neues Rudel bildet. Von dort könnten dann Tiere nach Süden nach Oberösterreich vorstoßen.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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