Polizei im Großeinsatz

Hunderte Migranten besetzten Pariser Pantheon

Ausland
13.07.2019 07:46

Großeinsatz für die Pariser Polizei am Freitag: Hunderte Migranten besetzten für mehrere Stunden das Pantheon, einige von ihnen wurden bei kleineren Zusammenstößen mit Einsatzkräften verletzt. Die vorrangig afrikanischen Männer verlangten eine Aufenthaltserlaubnis für Frankreich, „angemessene“ Unterkünfte und ein Treffen mit Premierminister Edouard Philippe. Für Touristen wurde die Ruhmeshalle vorübergehend geschlossen, vor allem bei konservativen Politikern stieß die „Entweihung“ der nationalen Gedenkstätte auf scharfe Kritik. 

Videoaufnahmen zeigen, wie rund 700 zumeist obdachlose Menschen das Pantheon stürmen und in der ehemaligen Kirche Papiere schwenken sowie „Gilets noirs!“ -„Schwarzwesten!“ - skandieren. Das ist der Name einer Hilfsorganisation, die sich für obdachlose Flüchtlinge einsetzt. Auch Bereitschaftspolizisten waren zu sehen, die aber nicht eingriffen. Nach mehreren Stunden wurden die Migranten ohne Zwischenfälle durch einen Hintereingang nach draußen gebracht.

Video: Hier stürmen die Migranten das Pariser Pantheon

Hunderte Migranten besetzten das Pariser Pantheon. (Bild: kameraone)
Hunderte Migranten besetzten das Pariser Pantheon.
Französische Polizisten bewachen das Pariser Pantheon, das für Besucher vorübergehend geschlossen wurde. (Bild: AFP)
Französische Polizisten bewachen das Pariser Pantheon, das für Besucher vorübergehend geschlossen wurde.
Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz. (Bild: AFP)
Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz.

Video: Nach Stunden verlassen die Migranten das Pantheon ohne Zwischenfälle

Tränengaseinsatz bei Protesten im Freien
Im Freien setzten die Migranten ihre Proteste allerdings fort. Die Polizei setzte schließlich Tränengas gegen einige Demonstranten ein, es kam zu kleineren Auseinandersetzungen. Mehrere Menschen mussten von Rettungskräften behandelt werden.

Abgeordneter fordert sofortige Abschiebung der Beteiligten
Bei konservativen Politikern stieß die Aktion auf scharfe Kritik: Der Abgeordnete Eric Ciotti etwa nannte das Vorgehen auf Twitter „skandalös“ und forderte die sofortige Abschiebung der mehrheitlich afrikanischen Migranten. Er warf ihnen eine „Entweihung“ der nationalen Gedenkstätte vor. Marine Le Pen, Chefin des rechtspopulistischen Rassemblement National, schlug in dieselbe Kerbe.

70 Nationalhelden fanden letzte Ruhe im Pantheon
In dem ursprünglich als Kirche geplanten Pantheon werden seit der Französischen Revolution wichtige Vertreter des Landes wie Victor Hugo, Emile Zola, Voltaire, Jean-Jacques Rousseau oder die zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie geehrt. Insgesamt liegen in dem imposanten Kuppelbau im Pariser Universitätsviertel Quartier Latin die sterblichen Überreste von mehr als 70 großen französischen Persönlichkeiten.

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