Anrainer bombardiert

Westring-Sprengung ging in Linz gewaltig schief

150 Meter weit flogen faustgroße Gesteinsbrocken - allerdings in die falsche Richtung! Die letzte von 25 Sprengungen beim Ankerpunkt „Nord“ in Linz-Urfahr ging schief. Die Anrainer in der Berggasse und beim Spatzenbauer wurden bombardiert und mit Staub eingedeckt - nur durch Glück gibt’s keine Verletzten.

„Es tut uns wirklich leid und wir sind einfach nur froh, dass es keine Verletzten gibt. Das hätte auch anders ausgehen können“, sagt Martin Pöcheim von der Asfinag nach „Krone“-Anfrage, was denn da schiefgegangen war. Denn Anrainer wie Charlotte Pohlhammer hatten Alarm geschlagen, dass „Gesteins- und Betonteile bis in die Gärten und Terrassen geschleudert wurden. Personen in Gärten wurden nur knapp verfehlt.“

Kluft übersehen
Pöcheim erklärt, was passiert war: „Die Sprengung sollte nach vorne ins Donautal erfolgen, doch es wurde eine Kluft im Gestein, das dort durch einen ehemaligen Steinbruch geschwächt ist, übersehen.“ Und der Druck der Sprengung suchte sich zu einem großen Teil den Weg des geringsten Widerstandes, trat über die Kluft nach hinten aus und riss Staub und Gesteinsbrocken mit sich, die dann bis zu 150 Meter weit in die falsche Richtung flogen.

Schäden werden ersetzt
„Wir haben alle Anrainer kontaktiert und werden Schäden natürlich ersetzen“, verspricht man bei der Asfinag. Mit dieser Sprengung wurde dennoch die Kerbe fürs Stahlseil fertiggestellt, weitere Sprengungen in Urfahr sind nur noch unterhalb in der Felswand geplant.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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