08.07.2019 10:35 |

CO-Unfall in Wien

Junge Frau bricht beim Duschen zusammen - tot

Todesdrama um eine junge Frau im Wiener Bezirk Landstraße: Familienmitglieder fanden die 21-Jährige am Samstag leblos im Badezimmer liegend. Für sie kam jede Hilfe zu spät - sie erlag noch im Unfallhaus einer Kohlenmonoxidvergiftung. Die Frau ist bereits das zweite Kohlenmonoxid-Todesopfer in Wien, erst vor rund drei Wochen starb ein 16-Jähriger bei einem Unfall in Margareten. Damals war ein mobiles Klimagerät die Ursache gewesen.

Wie die Berufsfeuerwehr Wien am Montag in einer Aussendung mitteilte, waren die Einsatzkräfte am vergangenen Samstag kurz vor 16 Uhr alarmiert worden und umgehend in die Obere Bahngasse in Wien-Landstraße ausgerückt.

Einer Familie war aufgefallen, dass etwas nicht stimmt, als ein Familienmitglied lange Zeit nicht aus dem Badezimmer der Wohnung kam. Sie brachen die Türe auf, fanden die junge Frau bewusstlos auf dem Boden des Badezimmers liegend und verständigten sofort die Rettung. Als die Einsatzkräfte eintrafen, schlug deren mitgeführtes CO-Warngerät Alarm. Die junge Frau wurde umgehend ins Stiegenhaus gebracht und die Retter begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen  - doch leider vergeblich.

Stark verschmutze Therme als Ursache
Die junge Frau verstarb vermutlich, weil sie zu lange einer hohen CO-Konzentration ausgesetzt war, berichtete die Feuerwehr. Während des Duschens dürfte die Kohlenstoffmonoxidkonzentration im Badezimmer so schnell angestiegen sein, dass die junge Frau zusammenbrach, bevor sie die Türe hätte öffnen können, hieß es in der Aussendung der Feuerwehr. Der Inspektionsrauchfangkehrer der Berufsfeuerwehr Wien stellte als vermutliche Ursache eine stark verschmutzte und nicht servicierte Gastherme fest.

Gleichzeitig mit den Reanimationsmaßnahmen verständigte der Rettungsdienst die Feuerwehr. In der betroffenen Wohnung wurden alle Fenster geöffnet und die Räumlichkeiten zusätzlich mit einem Hochleistungslüfter belüftet. Sämtliche Wohnungen des Hauses wurden zudem kontrolliert und die Bewohner ins Freie gebracht.

Die Feuerwehr betonte, dass unter normalen Umständen eine Gastherme absolut sicher sei. Probleme mit einer erhöhten Kohlenstoffmonoxidkonzentration könne es dann geben, wenn Therme oder Rauchfang nicht oder nur schlecht gewartet sind, es besonders heiß ist oder wenn Ventilatoren die Luft aus der Wohnung ins Freie saugen - beispielsweise bei einer Dunstabzugshaube oder einer Klimaanlage, die die Abluft ins Freie blasen. Beim Betrieb der Therme im Sommer - Duschen oder Geschirr abwaschen - müssten unbedingt die Fenster und Türen zu dem Raum geöffnet sein, in dem die Therme montiert ist, erklärte Feuerwehrsprecher Christian Feiler.

CO-Unfälle häuften sich zuletzt
Erst Ende Juni war ein Teenager einer Kohlenmonoxidvergiftung erlegen. Die Eltern hatten ihren Sohn in Margareten leblos im Badezimmer liegend gefunden, für den 16-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. In der Unfallwohnung befanden sich eine Gastherme sowie ein mobiles Klimagerät. Dessen Betrieb dürfte in Verbindung mit der Therme laut Feuerwehr zu dem Unfall geführt haben.

Zu Pfingsten hatte eine 14-Jährige im Bezirk Wieden - sie war im Badezimmer plötzlich zusammengebrochen - eine schwere Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Das Mädchen wurde in kritischem Zustand per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Auch vier weitere Personen, darunter ein erst acht Wochen altes Baby, mussten ins Spital gebracht werden. Anfang Juni war ein 13 Jahre alter Bub im Badezimmer der elterlichen Wohnung zusammengebrochen - auch er hatte eine CO-Vergiftung erlitten. Und auch im Bezirk Meidling war es vor Kurzem zu einem dramatischen Vorfall gekommen: Eine 35 Jahre alte Frau und ein zwölfjähriger Bub mussten mit einer schweren Kohlenmonoxidvergiftung aus einer Wohnung gerettet werden.

Unsichtbare Gefahr
Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein farb- und geruchloses Gas. Gelangt es über die Lunge in den Blutkreislauf, bindet es sich an die roten Blutkörperchen und verhindert den Sauerstofftransport im Körper. Der Organismus erstickt innerlich. Symptome einer leichten Kohlenstoffmonoxidvergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindel und grippeähnliche Symptome. Wenn solche Symptome auftreten, sollte man sofort den gefährdeten Bereich verlassen und Rettung und Feuerwehr verständigen.

Derzeit sind in Wien an vielen Tagen Temperaturen über 30 Grad prognostiziert. Unsachgemäß gehandhabte Klima- und Gasgeräte können bei sommerlichen Außentemperaturen zur Gefahr werden. Insbesondere mobile Klimageräte können bei falscher Verwendung lebensgefährlich sein, denn in Verbindung mit einem Gasgerät kann ein Abgasrückstau mit giftigem Kohlenmonoxid (CO) entstehen, warnte Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ) bereits zu Pfingsten.

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