Unfalldrama um Helena

„Man kann nur da sein, Trost ist kaum möglich“

„Ein schrecklicher Unfall. Trost spenden kann man nicht, nur da sein, die Hand reichen zur Stütze“, sagt der Pischelsdorfer Pfarrer Leon Sireisky, der kurz nachdem die kleine Helena in Oberösterreich tödlich überfahren worden war (siehe auch Video oben), zur Familie gerufen wurde. Die Oma (53) und der Todeslenker (27), der Postler, wurden von der Polizei angezeigt.

Der 27-jährige Briefträger aus Mattighofen, der beim Zurückfahren am Bauernhof in Pischelsdorf das 19 Monate alte Mädchen übersehen und tödlich überrollt hatte, wird wegen fahrlässiger Tötung angezeigt. Die Großmutter, die auf die kleine Helena aufpasste, während die Eltern in der Arbeit waren – die Mama ist als Krankenschwester im Spital Braunau beschäftigt –, ist wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht unter Verdacht. Dem Postler droht bis zu einem Jahr Gefängnis, ebenfalls der Großmutter.

Aufsichtspflicht verletzt?
„Die Aufsichtspflichtverletzung gibt es als Straftatbestand nicht. Es wird geprüft, ob eine fahrlässige Tötung durch Nichtbeaufsichtigung herbeigeführt worden ist“, erklärt Alois Ebner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis.

Letzter Weg
Die Betroffenheit in Pischelsdorf und Mauerkirchen über den tragischen Unfall ist riesig. „Unsere Gedanken sind bei den Eltern“, sagt Mauerkirchens Bürgermeister Horst Gerner, in dessen Gemeinde die junge Familie zu Ostern zugezogen war. Pfarrer Leon Sireisky hat Helena getauft, kennt die Familie gut. Er wird das Kind - es ist das einzige des jungen Paares - auch in Pischelsdorf auf seinem letzten Weg begleiten, der Familie in diesen schweren Stunden beistehen.

Keine Vorwürfe
Überall Trauer und Unverständnis, ein Vorwurf gegen Postler oder Oma kommt aber niemandem über die Lippen.

Markus Schütz/Kronen Zeitung

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